Ein sicheres Ja für Naumann: auch Fremdstimmen für SPD-Bürgermeister

Verantwortlich für das Wohl von über 300.000 Bürgern: Carsten Engelmann (CDU), Heike Schmitt-Schmelz, Reinhard Naumann (beide SPD), Oliver Schruoffenegger (Grüne) und Arne Herz (CDU) bestimmen im neuen Bezirksamt die Geschicke. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Es kam wie es kommen sollte: Die neuen Bezirksverordneten wählten wie erwartet Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und vier Stadträte ins Amt. Zittern musste nur CDU-Kandidat Arne Herz. Und das beste Ergebnis gab es überraschend für den Baustadtrat der Grünen.

28 Stimmen waren gefordert – aber der Amtsinhaber verbuchte 40. Reinhard Naumann (SPD) bleibt Bürgermeister, und das nicht zu knapp. Er kann aus seinem Wahlergebnis etwas ablesen, was bis dahin fraglich war: Neben den Stimmen von SPD, Grünen und Linken darf er in den nächsten fünf Jahren auch auf Akzeptanz von Fraktionen hoffen, die Oppositionsarbeit leisten.

Als Vizebürgermeister wirkt weiter Sozial- und Gesundheitsstadtrat Carsten Engelmann (CDU), der mit Rückendeckung von 30 Bezirksverordneten die Hürde von 28 Stimmen übersprang. Anders sein Parteifreund, der neue Stadtrat für Bürgerdienste, Wirtschaft, Ordnung und Verkehr, Arne Herz: Er fiel zunächst mit einem Votum von 21 Stimmen durch, lag aber beim zweiten Versuch mit 28 genau im Soll.

Herz im 1. Wahlgang durchgefallen

Es war eine Machtdemonstration der linken Allianz, die bei der CDU schlecht ankam. Schon vor der Sitzung hatten sich die Christdemokraten erpresst gefühlt, als sie eine Bedingung hörten: dass die SPD ihren Kandidaten nur die Stimmen geben will, die sie vorher Naumann geben. Stadtrat Herz trug es mit Fassung und dachte lieber an die Bürger: „Am wichtigsten wird es sein, dass sie das verlorene Vertrauen in Institutionen wie das Bürgeramt zurückgewinnen können.“

In den Stadtratsposten für Jugend, Schule, Sport und Kultur gelangte mit Heike Schmitt-Schmelz (36 Ja-Stimmen) eine SPD-Frau, die bisher in baupolitischen Themen heimisch war. Dieses Wissen kann sie etwa zur Sanierung von Schulen nutzen.

Dafür verlor die SPD ein Schlüsselressort an die Grünen. Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger beerbt nicht nur Marc Schulte (SPD), der jetzt "nur noch" Bezirksverordneter ist. Er holte mit 42 Stimmen auch das Spitzenergebnis aller Bezirksamtskandidaten. „Ich freue mich auf die Aufgabe, Stadtentwicklung und Klimaschutz zusammenzubringen“, verspricht Schruoffeneger Öko-Akzente im Bauressort. tsc
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