Jüdisches Kunstwerk soll am Ku’damm stehen – aber nicht im Staudenbeet

Konsens am Konferenzstisch: Dieses Kunstwerk soll in deutlich größeren Dimensionen vom Aufleuchten des jüdischen Lebens in Berlin künden. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Streit um Aufstellung eines drei Meter hohen Leuchters beigelegt: Irrtümlich hatten Politiker zuerst einen Standort erwogen, auf dem sich ein anderes Werk befindet. Das Dreieck am Olivaer Platz bleibt nun definitiv unberührt.

Es war eine Sitzung im Lichte der Versöhnung. Und die Idee, ein Kunstwerk aus der Kollektion von Kantorin Avitall Gerstetter im Staudenbeet zwischen Ku’damm und Olivaer Platz zu errichten, stand schon nach wenigen Minuten der BVV-Ausschusssitzung nicht mehr zur Debatte. Am Tag, als die Öffentlichkeit offiziell vom Kunstprojekt erfuhren, brachte eine Aussprache mit allen Beteiligten die Verwirklichung trotzdem einen Schritt näher.

Landschaftsplaner Christian Meyer, der deutlich machte, dass er auf der strittigen Fläche mit seinem Team in ehrenamtlicher Arbeit ab 1997 ein Gartenkunstwerk erschuf, soll seine Arbeit fortführen wie bisher. Und Avitall Gerstetter und Projektmanager Samuel Urbanik dürfen hoffen, dass der Bezirk ihnen einen gleichwertigen Ersatzstandort schenkt.

Eine Initiative soll die andere nicht verdrängen

Zunächst nahmen alle Fraktion Abstand von der Idee, den Leuchter von Avitall und das vorhandene Gartenkunstwerk „Einzug der Stauden und Gräser auf dem Kurfürstendamm“ auf dem Dreieck zu verbinden. „Wir wollen gar nicht in die Richtung kommen, dass Ehrenamt beschädigt wird“, zeigte Arne Herz von der CDU Respekt vor der Arbeit Meyers. „Eine Unkenntnis bei der Standortwahl im Ältestenrat“ sei der Grund gewesen, warum die von ihm bepflanzte Fläche überhaupt in Frage kam, erklärte Heike Schmitt-Schmelz für die SPD. Und schließlich beteuerte auch Christoph Wapler von den Grünen, dass es absurd sei, „eine Initiative durch eine andere zu verdrängen.“ Deshalb soll das Bezirksamt nun andere Standorte prüfen. „Und zwar solche, an denen es keine Nutzungskonflikte gibt“, bat Schmitt-Schmelz. Bei einem Termin mit Urbanik kristallisierte sich schnell ein neuer Favorit heraus: Die Mittelinsel an der Kreuzung Knesebeckstraße und Kurfürstendamm. Hier sind die Voraussetzungen gegeben, das gut 18.000 Euro teure Monument mit Elemente einer Menora und eines Davidsterns da aufzustellen, wo einst das jüdische Leben blühte. Dort kündet es vielleicht schon im Frühjahr von der Versöhnung. tsc
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