Sorge um City-Toiletten: Naumann will sich an Leipzig ein Vorbild nehmen

Angst vor Toilettenschwund: Sollte sich die Finanzierung nicht schnell genug klären, droht der Wegfall von 258 City-Toiletten in ganz Berlin. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Rolle rückwärts in der Sponsoring-Debatte: Eigentlich herrschte Zuversicht, nach dem Ausstieg der Firma Wall die City-Toiletten und Weihnachtsbeleuchtung anderweitig zu sichern. Jetzt aber empfiehlt der Bürgermeister eine Neuauflage des alten Modells.

2019 wird ein Wendejahr – das dachte man. Oder bleibt in Sachen Sponsoring etwa doch alles beim Alten? Wenn es nach Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) geht, muss der Bruch mit dem bisherigen Partner Wall wohl bedacht sein. Denn wenn sich kein solider Partner zum Finanzieren für öffentliche Toiletten und Weihnachtsdeko findet, „droht erhebliches Ungemach“, stellte er nun klar.

Vertrag mit Wall fortsetzen

Im Rat der Bürgermeister der Berliner Bezirke will Naumann den Antrag einbringen, nun doch eine Fortführung der Verträge mit der Firma Wall anzustreben. Denn nach jetzigem Stand sei ein ähnliches Szenario zu erwarten wie in Leipzig. Auch in der sächsischen Großstadt waren die Entscheidungsträger erst optimistisch, ein alternatives Finanzierungsmodell zu finden. „Dort hat der Oberbürgermeister dann aber auf die Bremse getreten, den Vorgang beendet und ist beim bisherigen Verfahren geblieben“, gibt Naumann zu bedenken. Es wäre ein schwieriges Unterfangen, den Betrieb der City-Toiletten rechtzeitig neu zu regeln, bevor Wall die jetzigen stilllegt.

Gleichwohl plädiert er dafür, bei neuen Verhandlungen mit Wall „Risiken und Nebenwirkungen genau zu checken“, damit die neue Vereinbarung wieder den erhofften Nutzen bringt.

Mehr als die meisten anderen Bezirke profitierte Charlottenburg-Wilmersdorf bisher von der Übereinkunft, im Tausch gegen Werbeflächen Sachleistungen zu erhalten. Nicht nur die imposante Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm mit über 200 Kilometer langen Lichterketten hängt an diesem Deal mit Wall, sondern auch diejenige auf der Reichsstraße in Westend. tsc
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