Vorsicht Kamera! Fotografierverbot in Berliner Schwimmbädern unrealistisch

Berlin. Anders als in anderen Bundesländern gilt in Berliner Schwimmbädern kein Fotografierverbot. Und das bleibt auch so.

Handys sind heute überall dabei und fast alle haben eine integrierte Fotokamera – immer mehr ermöglichen sogar Unterwasseraufnahmen. So wird geknipst und geknipst und viele Bilder landen im Internet. Das ärgert Menschen, die ungewollt mit abgelichtet werden – in Bikini und Badehose oder bei einer entspannten Freizeitbeschäftigung. Auch Fotos von Kindern – manchmal ganz ohne Kleidung – werden so automatisch und ohne Einwilligung der Eltern auf zahlreichen Speicherkarten verewigt.

Um dies zu verhindern, haben die Schwimmbäder in vielen Städten Fotoverbote in ihrer Hausordnung festgeschrieben. Medienberichten zufolge gibt es in Rheinland-Pfalz bereits Freibäder, die darüber nachdenken, Handys ganz zu verbieten, um das willkürliche Fotografieren sicher zu unterbinden. In Städten wie Lüneburg oder Hamburg werden in den Schwimmbädern dagegen Aufkleber verteilt, mit denen Handybesitzer die Linsen der Kameras abkleben müssen.

In Berlin gibt es keine dieser Maßnahmen – weder Verbote oder Aufkleber noch entsprechende Regelungen in der Bäderordnung. Und das wird auch so bleiben. „Die Berliner Bäderbetriebe werden kein Handyverbot aussprechen, geschweige denn durchsetzen. Selbiges gilt auch für das Anbringen von Abklebern“, sagt Sprecherin Anne Benza-Madingou. Solche Maßnahmen seien für den größten Bäderbetrieb Deutschlands nicht realistisch. „An einem Sommertag sind etwa im Prinzenbad bis zu 6000 Menschen zu Gast. Wie wollen Sie da Handys einsammeln, ordnungsgemäß verstauen und wieder herausgeben?“, gibt sie zu bedenken. Sie rät Badegästen, die sich belästigt fühlen, mit dem Fotografen zu sprechen und im Zweifelsfall Anzeige zu erstatten. jtw
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