Warum Senioren im März wählen sollten

Keine Angst vor dem Fortschritt: Jens Friedrich nutzt gerne Smartphone und Internet, um Befindlichkeiten von Senioren mitzuteilen. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie sind fast 100 000. Und im März haben Bürger im Alter von 60 Jahren aufwärts die Wahl, wer ihre Interessen politisch vertreten soll. Für die Berliner Woche schreibt Jens Friedrich, der Vorsitzende der Bezirksseniorenvertretung, warum dieser Entscheid so wichtig ist.

Den Namen Seniorenvertreter haben nun doch schon mal fast alle Senioren gehört. Aber dennoch ist vielen nicht klar, was die Seniorenvertretung ist und wofür sich deren Mitglieder einsetzen. Und vor allem wissen zu wenige der 97 000 bezirklichen Senioren, dass sie diese Institution als ihre Lobby verpflichten können.

Und dies ist gerade in Charlottenburg-Wilmersdorf erstaunlich, weil in Wilmersdorf am 20. November 1981 die Geburtsstunde der ersten frei gewählten Seniorenvertretung in Berlin schlug. Die Vorbereitungen hierzu wurden vor allem von den über 60-Jährigen aus der Sozialkommissionen getätigt. Charlottenburg zog dann 1983 nach. Erst 1987 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus, in allen zwölf West-Berliner Bezirken Seniorenvertretungen einzurichten.

Ältere machen Druck

Immer wieder gab es politisches Gerangel hinsichtlich der zu ermöglichenden Teilnahme der Älteren am gesellschaftlichen Leben. Partizipation wurde groß geschrieben, blieb dann aber meistens nur ein politisches Lippenbekenntnis.

Auf Druck der Älteren über ihre Gremien und politischen Entscheidungsträger wurde jetzt endlich das Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz erneuert. Weitreichende Veränderungen hinsichtlich der Kompetenz der Seniorenvertretung wurden festgeschrieben. Und erstmalig wurde für die jetzt anstehenden Wahlen auch die Briefwahl ermöglicht.

Damit wird gerade Kranken, Mobilitätseingeschränkten und Arbeitenden die Möglichkeit eröffnet, von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit der Seniorenvertretung über die modernen Medien – eine eigene Homepage, unser Newsletter, Facebook und Pressemitteilungen – halfen, das Wirken der ehrenamtlich tätigen Seniorenvertreter stärker bewusst zu machen.

Ich will aber auch klarstellen, dass diese Ämter nicht der Selbstdarstellung der Mitglieder dienen, sondern dem Dienst gegenüber den Senioren verpflichtet sind.

"Wir helfen"

In unseren regelmäßigen persönlichen Beratungsstunden hören wir zu, nehmen den Ratsuchenden an die Hand und versuchen zu helfen – etwa durch Unterstützung bei der Suche nach seniorengerechter Wohnung oder Pflegeheim, Anträgen auf Schwerbehinderung, Pflegeversicherung, Hinweisen zur Sicherheitslage oder Kontaktherstellung zu Behörden. Kurzum: Wir helfen bei Fragen des täglichen Lebens.

Aber wir führen auch generationsübergreifende Veranstaltungen durch, denn Sie sollen teilhaben an der Gestaltung Ihres Lebensumfeldes.

Dazu gehört natürlich auch die Vielfalt des kulturellen Miteinanders. Und in unserer jährlichen Seniorenbezirksversammlung können Sie per Antrag Ihre Sorgen und Wünsche im direkten Dialog dem Bürgermeister und den Stadträten mitteilen und diskutieren.

Hier können Sie wählen

Um uns noch tatkräftiger für Sie einsetzen zu können, nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, die Seniorenvertretung zu stärken und beteiligen Sie sich an den Wahlen. Gehen Sie in die Wahllokale jeweils von 10 bis 15 Uhr: am Montag, 27. März, Halemweg 18; am Dienstag, 28. März, Seniorenheim Koenigsallee 15; am Mittwoch, 29. März, Hohenzollerndamm 177 (Raum 2000); am Donnerstag, 30. März, Seniorenwohnhaus Preußenallee 7; und am Freitag, 31. März, Rathaus, Otto-Suhr-Allee (Getrud-Bäumer-Saal).

Besser noch: Machen Sie nach Erhalt Ihrer Wahlbenachrichtigung Gebrauch von der Briefwahl, dann erhalten Sie mit den Unterlagen auch die bebilderte Kandidatenbroschüre nach Hause gesandt. Sie haben die Möglichkeit, aus den 46 Bewerbern zehn Kandidaten auszuwählen.
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Joachim Neu aus Charlottenburg | 02.03.2017 | 12:24  
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