Zwei Initiativen – eine Vision: Bezirk startet gleich doppelt ins Projekt „Zukunftsstadt“

Von der Pinkelecke zum blühenden Schatz: Anwohner erobern den Bundesplatz zurück und rollen dafür auch mal Zebrastreifen aus. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Mierendorff-Kiez als florierendes Eiland. Der Bundesplatz als Schaustelle einer menschengerechten City. Zwei Initiativen – eine Vision. Die Berliner Woche wird in den nächsten Monaten beide Teilnehmer des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ begleiten. Wohin geht die Reise?

Es ist ein Experiment. Und alles dreht sich dabei um die Zukunft des städtischen Lebens. 52 Teilnehmer aus ganz Deutschland lässt das Bundesforschungsministerium Überlegungen anstellen, wie eine solche Zukunft aussehen könnte. Gleich zwei davon sind Initiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Nachhaltige Mierendorff-Insel 2030 und die Initiative Bundesplatz vertreten dabei nicht nur den Bezirk, sondern sind die einzigen Wettbewerber aus Berlin. Ein Umstand, den Stadtrat Marc Schulte (SPD) auf eine konstruktive Art der Mitbestimmung von Bürgern zurückführt, die hier typisch ist.

Aber was genau ist das Ziel der engagierten Gruppen, die sich für eine Medienpartnerschaft mit der Berliner Woche entschieden haben? Im Fall der Mierendorff-Insel beschreibt Andrea Isermann-Kühn eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales, getragen von allen Akteuren im Kiez. „Die Wirtschaft könnte in die Schulen kommen. Und die Schule hinaus in den Sozialraum“, erklärt sie einen Akt des Brückenbaus zwischen getrennten Teilen der Gesellschaft.
Das Trennende überwinden möchte auch Wolfgang Severin von der Initiative Bundesplatz. Und meint damit die Schneisen der autogerechten Stadt, die das Leben abschnüren. Als die Initiative vor Jahren mit ihrem Werk begann, war der Bundesplatz laut Severin „Berlins größte Freiluft-Toillette“. Dealer, miefende Mauern und verdorrte Beete kann sich dort heute niemand mehr vorstellen. Und Severins Gruppe denkt noch weiter: „Wir möchten eines Tages entlang der Bundesallee zum Zoo flanieren.“ Die Seitenstraßen könnten zeitweilig spielenden Kindern gehören. Und der Bundesplatz wäre eine Oase voller Liegestühle, der Paradeort einer menschengerechten City.

Mitte des Jahres 2016 sollen in Phase zwei des Wettbewerbs nur noch acht Akteure verbleiben. Schafft es eine der beiden Denkfabriken des Bezirks?

tsc
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