AG City startet neue Initiative am 1. März

Dreckecken sollen aus dem Herzen der City West verschwinden. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Seit 1. März ist der Ku’damm sauberer - jedenfalls zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat hier jetzt durchgehend zwischen 6 und 22 Uhr Mitarbeiter im Einsatz, die bedarfsgerecht reinigen beziehungsweise dies sofort veranlassen.

Die Bürgersteige und Straßen werden mehrfach gereinigt, ebenso die Papierkörbe entleert. Ständig im Einsatz sind sogenannte Standposten. Das sind Mitarbeiter, die den Sauberkeitszustand der Straße im Auge behalten und sofort Reinigungskräfte anfordern, sobald das nötig wird.Bislang war die BSR nur verpflichtet, hier einmal am Tag zu reinigen. Das geht auf alte Festlegungen zurück, die aus Zeiten stammen, als Berlin noch eingemauert war, einen Viermächtestatus hatte und nach Ladenschluss um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden. Der Ku’damm hatte zwar schon damals die höchste Priorität, jedoch es war augenscheinlich, dass dies nicht ausreicht.

Da das Land dafür kein Geld für die Aktion zur Verfügung stellt, hat die AG City gemeinsam mit der BSR die Initiative übernommen. Die Kosten für die zusätzliche Reinigung übernehmen Mitglieder der AG City. Sie werden nach der Größe der Fassade berechnet, die dem Ku’damm zugewandt ist. Die betragen nach Angaben der AG-City für den einzelnen Anrainer zwischen 248 und 5590,52 Euro im Jahr und werden im Regelfall vom Eigentümer auf die Mieter umgelegt. Diese Kosten fallen unterschiedlich aus, laufen aber schließlich auf einen zu verschmerzenden Betrag von etwa acht Euro auf den Quadratmeter hinaus, sagt Uwe Timm, Manager des Europa-Centers, einer der großen Anlieger in diesem Gebiet. Bislang beteiligen sich 70 Prozent der Anlieger an dem Projekt. Darunter sind Großunternehmen wie Karstadt und das KaDeWe, Strabag, Hochtief, Becker & Kries.

Der größte Anlieger ist zugleich der kapitalschwächste: die Gemeinde der Gedächtniskirche. Pfarrer Martin Germer hatte bis Redaktionsschluss noch keine Idee, wie sich die Kirche finanziell beteiligen wird, aber unterstützt wird das Anliegen von ihr. Für die noch 30 Prozent ausstehenden Anrainer übernimmt die AG eine Ausfallbürgschaft. Sie hofft aber, hier erfolgreich weiter überzeugen zu können. "Berlin hat ein noch nicht genutztes Umsatzpotenzial von 1,7 Milliarden Euro", weiß Immobilienspezialist Gottfried Kupsch vom Vorstand der AG City. "Wenn die Touristen zum Shopping kommen, dann wollen sie auf den Ku’damm und Tauentzien gehen. Je attraktiver dieser Straßenzug wird, umso mehr wird hier der Umsatz steigen. Dazu gehören in erster Linie saubere Straßen."


Frank Wecker / FW
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