Ballymore stellt neues Konzept für Ku’damm Karree vor

(Foto: David Chipperfield Architects)

Charlottenburg. Das Ku’damm Karree soll künftig Wohnen, Einzelhandel, Kultur, Büros und Gastronomie vereinen. Der neue Entwurf erntet aber nicht nur Begeisterung.

"Wir wollen kein 08/15 Einkaufszentrum", erklärt Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD). Es ist der 13. März und Thema ist der geplante Abriss des Ku’damm Karrees und der Theater. Neben ihm sitzen die Männer, die für die Umgestaltung verantwortlich sind: Paul Keogh, Leiter der irischen Investment-Gruppe Ballymore, und Mike de Mug, Leiter von Ballymore International. Sie wollen etwas Neues erschaffen. Einen "Anziehungspunkt", der das Karree wieder attraktiv machen soll. Es ist bereits der dritte Versuch der Iren. Langatmig erklärt Architekt Christoph Felger, Partner von David Chipperfield Architects, wie das 1,9 Hektar große Areal einmal aussehen soll. Wichtigste Änderung ist der Einbezug des Bürohochhauses in das Gesamtkonzept. Es soll zu einem Wohnhaus mit bis zu 300 Wohnungen umgewandelt werden. Ballymore kommt mit diesem Zugeständnis der Forderung des Bezirks und der Arbeitsgruppe City-West nach. Das Parkhaus an der Uhlandstraße wird weichen müssen. 750 Parkplätze sollen dafür unterirdisch angelegt werden. Oberhalb soll es einen öffentlichen Platz geben. Der Wohnkomplex wird vom Ku’damm sowie über die Uhlandstraße über "Wohlfühl-Passagen" zugänglich sein.

Auch das Erscheinungsbild am Kurfürstendamm wird sich wandeln. Der Eingang zur Passage wird breiter angelegt und nicht mehr überdacht werden. Schmale Brücken sollen die einzelnen Gebäude verbinden. Nach wie vor ist geplant, die zwei Bühnen abzureißen und gegen ein neues Theater im dritten Stock mit nur noch 650 Plätzen zu ersetzen. "Es ist ein Traum für einen Theaterdirektor, so ein Theater am Ku’damm von Herrn Chipperfield hingestellt zu kriegen", freut sich Martin Woelffer, Betreiber des Theaters und der Komödie. Eine Übergangslösung während der Bauphase gibt es noch nicht. Für die "Story of Berlin" gehen ebenfalls die Lichter aus. Im Gegensatz zum Theater ist für die Ausstellung im neuen Entwurf kein Platz mehr.

Falls die BVV den Plänen zustimmt, will Mike de Mug Mitte 2014 mit dem Abriss beginnen. Ein Bauantrag wurde noch nicht gestellt.


Sven Foligowski / sf
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