Bezirk sucht kluge Nutzungsidee fürs Parkwächterhaus

Das Parkwärterhäuschen am Lietzensee. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Wie ein Märchenschloss erscheint das ehemalige Parkwächterhaus am Lietzensee. Es ist aber mitnichten ein Märchenschloss, sondern ein Gebäude, das zusehends verfällt.

Seit einem Jahr wird es nicht mehr von den Gärtnern des Bezirks genutzt und steht leer. Lose Dachziegel, mit Laub verstopfte Dachrinnen, Schmierereien und verkommene Toilettenvorräume sind Anzeichen der Verwahrlosung. Eile ist geboten. Die Bezirksverordneten haben einstimmig den Beschluss gefasst, ein Interessenbekundungsverfahren durchzuführen, um einen Pächter für das denkmalgeschützte Haus zu finden. Bereits Ende des Monats hat das Bezirksamt dem parlamentarischen Gremium Bericht zu erstatten.Das ist im Wesentlichen Ergebnis des bürgerschaftlichen Engagements der in der Arbeitsgruppe Parkwächterhaus tätigen Mitglieder des Vereins "Bürger für den Lietzensee". Sie haben für das Bezirksamt eine Baubeschreibung erarbeitet, auf deren Grundlage die Ausschreibung möglich wird, und sie haben Nutzungsvarianten entwickelt.

Das Anwesen, der umgebende Park und die Nähe zum großen Spielplatz am See ließen das Gebäude als ideal für einen Kindergarten erscheinen. Die Inaugenscheinnahme durch Experten ergab jedoch, dass für diese Variante hohe Investitionen in die bauliche Umgestaltung erforderlich wären, wie sie ein gemeinnütziger Träger kaum hätte aufbringen können. Auch andere Verwendungen sind nicht unproblematisch. Das Treppenhaus kann weder kinder- noch seniorengerecht hergerichtet werden. Dem Wunsch nach einem weiteren Café steht entgegen, dass die Anlieferung von der Wundtstraße aus über eine Treppe erfolgen müsste. Von den Parkbesuchern wird kritisiert, dass seit der Aufgabe des Hauses auch die öffentlichen Toiletten nicht mehr benutzt werden können. "Die Bürger für den Lietzensee" schlagen vor, diese Probleme mit den Bürgern, dem Bezirk und dem Denkmalschutz zu diskutieren, um die beste Nutzungsvariante zu finden. Denkbar ist, um die öffentliche Toilettennutzung von dem Haus zu trennen, eine öffentliche Toilette aufzustellen und im Haus ein Café einzurichten und es für Veranstaltungen zu nutzen. Den Sanierungsbedarf schätzt die AG auf mindestens 100.000 Euro.


Frank Wecker / FW
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