Campus Charlottenburg: TU fordert Entwicklung des Forschungsstandortes

Charlottenburg. Die Wirtschaftskraft Berlins wächst. Generiert wird sie zu einem Gutteil in der City West. Das stärkt das Selbstbewusstsein des Handels und mithin der AG City.

An Ku’damm, Tauentzien und deren Nebenstraßen werden von 20 000 Beschäftigten in nahezu 4000 Läden 1,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet.

Doch, so fragt auf dem zweiten Forum City West Jürgen Werner von der Geschäftsführung der Berliner Bank, ist dieser Trend auch langfristig? "Was wird, wenn der Onlinehandel sich stärker durchsetzt und der Tourismus zurückgeht?" Dann helfen kein touristischer Stadtumbau, neue Begegnungszonen und das Schleifen von Wahrzeichen wie dem Wasserklops. Dann muss Berlin sein Wachstum aus der eigenen Substanz schöpfen. Dazu gilt es neue Ressourcen zu erschließen, was nach der Diskussion der städtebaulichen Entwicklung auf dem ersten Forum City West den Kern der zweiten Zusammenkunft der Experten bildete. Erst seit wenigen Jahren generiert Berlin überhaupt Wirtschaftswachstum aus eigenem Potenzial. Das entspringt Unternehmensausgründungen aus dem Campus Charlottenburg, der sich um den Ernst-Reuter-Platz rankt. Wissenschaftler und Volkswirte waren davon überrascht, welche internationalen Erfolge das Zusammengehen von Institutionen wie der Technischen Universität (TU) und der Universität der Künste (UdK) brachte. Daraus folgerten beide Universitätspräsidenten, gemeinsame Hybridplattformen zu entwickeln. Auf dem Forum ging Cem-Ergün Müller von der Telekom noch weiter: Er verglich das Potenzial mit dem eines "Silicon Valley" und meinte, der Ernst-Reuter-Platz könnte zum europäischen "Silikon Platz" werden. Dieser Reichtum wird von 80 000 überwiegend jungen Leuten generiert, die auf dem Campus arbeitet, lehrt und studiert. Der Vorzug des Campus Charlottenburg ist, dass er sich in der City befindet. Deshalb wollte TU-Präsident Prof. Jörg Steinbach auf dem Forum nicht mit Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann mitgehen, der auf die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten der TU in Tegel verwies. Steinbach forderte die Bewilligung der mit der UdK beantragten Lottomittel, um den Wissenschaftsstandort City West weiter zu entwickeln.


Frank Wecker / FW
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