DBV Charlottenburg träumt von der 2. Basketball-Bundesliga

Die U14 vom DBV Charlottenburg (gelb) - hier gegen den BBT Göttingen - musste sich beim Hermut-Weber-Cup mit dem 8. Platz begnügen. (Foto: Nittel)

Charlottenburg. Die U14-Basketballer vom DBV Charlottenburg haben beim Hermut-Weber-Cup an Pfingsten nur den achten und letzten Platz belegt. Das hochklassig besetzte Turnier gewann der TuS Lichterfelde im Finale gegen BSL San Lazzaro aus Italien.

"So ein Turnier mit so guten Gegnern ist für unsere jungen Spieler ihre erste große Prüfung. Entsprechend aufgeregt waren sie. Und dafür haben sie es - speziell zum Ende - doch ganz ordentlich gemacht", resümiert Heiko Mehnert, Vorsitzender des DBV Charlottenburg. Der Jahrgang der unter 14-Jährigen sei eine wichtige Altersklasse, weil man hier schon feststellen könne, ob und wie sehr das Talent, ein guter Basketballspieler zu werden, ausgeprägt ist. Ohnehin ist die Nachwuchsarbeit beim DBV das Herzstück des Klubs: Rund zwei Drittel der zurzeit 350 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Mit der U19 in der NBBL und der U17 in der JBBL spielen zwei Nachwuchsteams in der Bundesliga. "Für die Entwicklung dieser Jungs ist es wichtig, sich regelmäßig mit den besten Spielern ihres Alters bundesweit zu messen. Nur so kommen sie voran und haben mal das Zeug, auch später hochklassig zu agieren."

Im DBV wird also sehr leistungsbezogen gearbeitet, ohne dass der Breitensportcharakter aber zu kurz käme. Der Verein versteht sich als Heimat für Sportler mit Ambitionen, aber auch für Menschen, die Lust auf ein lebendiges Vereinsleben haben. Mit drei Schulen im Bezirk kooperiert man, um dem Trend leicht rückläufiger Mitgliederzahlen im gesamten Berliner Basketball entgegen zu wirken - aber natürlich auch, um den Basketballsport im Bezirk hochzuhalten. Darüber hinaus soll die Präsenz im Bezirk aber noch verstärkt, Streetball-Turniere organisiert und die vielen Kinder und Jugendlichen auf den Freiplätzen für den Vereinssport begeistert werden.

"Wichtig für uns als Verein ist es, wirklich alle mitzunehmen. Das gilt für Kids aus Problemkiezen, denen wir mit dem Sport auch so etwas wie einen Lebensweg aufzeigen wollen, ebenso, wie für Menschen, die im gehobenen Alter in der Gemeinschaft noch Basketball spielen wollen." So wurde die Ü50 des DBV unlängst Deutscher Meister, die Ü45 Deutscher Vizemeister, die Ü60 holte im bundesweiten Vergleich immerhin noch Bronze.

Das sportliche Aushängeschild des Klubs ist aber die Herrenmannschaft, die in der 1. Regionalliga beheimatet und damit die zweite Kraft im Berliner Basketball nach ALBA ist. Zur neuen Saison, die im Herbst beginnt, wird der DBV eine Kooperation mit dem TuS Lichterfelde eingehen. Damit kommt es in einigen Bereichen - wie bei den Regionalligaherren - zu einer Spielgemeinschaft. "Mittelfristig ist ein Aufstieg in die 2. Liga, die Pro B, nicht unrealistisch", sagt Mehnert. Mindestens genauso wichtig und interessant sei es mit Hilfe dieser Kooperation aber auch, möglichst viele Menschen im Westen der Stadt und die hier beheimateten mittelständischen Unternehmer mit dem faszinierenden Sport Basketball zu erreichen. "Die Füchse im Handball und die Volleys Berlin im Volleyball haben vorgemacht, wie man vorhandene Strukturen in der Breite und eine Verwurzelung in einem Bezirk nutzen kann, um von weit unten zu kommen und trotzdem erfolgreich zu sein", hofft Mehnert und erklärt abschließend: "Fakt ist: Es war der DTV, der Vorgänger des DBV Charlottenburg, der in den 80er-Jahren in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. ALBA ist sozusagen aus dem Scherbenhaufen entstanden, der damals nach dem Konkurs geblieben war. Auch deshalb wäre es sehr schön, wenn wir - verwurzelt in unserem Heimatbezirk - die Sporthalle Charlottenburg irgendwann einmal wieder richtig gut füllen und den Menschen hier hochklassigen Basketball präsentieren könnten."


Michael Nittel / min
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