Der Künstler Ben Wagin erneuert Wandinstallation

Ben Wagin auf dem S-Bahnhof Savignyplatz. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Der Savignyplatz ist einer der Orte Berlins, der die Zerstörung der deutschen Kultur während des Nationalsozialismus besonders schmerzlich erfahren lässt.

Hier wohnten Künstler und Intellektuelle wie Georg Grosz, Tilla Derieux, Walter Benjamin, Else Ury, Alfred Flechtheim, Leo Blech, Charlotte Salomon und der Komponist Arthur Schnabel, die von den Nazis vertrieben, wenn nicht gar ermordet wurden.Eine Stadtmarkierung an der südlichen Einmündung der Knesebeckstraße auf den Savignyplatz erinnert daran. Davor befindet sich eine Platte von Ben Wagin, die mit dem Wandbild "Werden, Sein, Vergehen" an der vom S-Bahnhof Savignyplatz aus sichtbaren Brandmauer, korrespondiert. Das Wandbild wurde von mehreren Künstlern geschaffen. Genau in der Größe und Höhe der S-Bahnfenster waren die Bilder zu sehen.

Am 20. Juni hat Ben Wagin, wiederum mit mehreren Mitstreitern, dieses Wandbild und die S-Bahnfenster erneuert. Gebrochene Zahlen erinnern an die deutschen Schicksalsjahre während des Nationalsozialismus. Texte von Ernst Jünger und Bert Brecht spielen auf das "Parlament der Bäume" von Ben Wagin an. Schließlich zeigt das große Wandbild "Weltenbaum" den Lebenszyklus, wie er von der Liebe bestimmt wird: Geborenwerden, Zeugung, Blüte, Verführung und Tod.

Gearbeitet wurde immer während der Betriebsruhe der S-Bahn, also nachts. Dies alles wie der Schutz des Kunstwerks an der 105 Meter langen und sieben Meter hohen Wand konnte nur mit Unterstützung durch die S-Bahn erfolgen. "Sollte es gelingen, einige Fahrgäste der Bahn durch die Installation zum Nachdenken anzuregen, dann bin ich froh, einen winzigen Beitrag dazu geleistet zu haben", sagt der frühere Betriebsleiter Eberhard Lorenz, der bei der Auffrischung des Kunstwerkes selbst mit Hand anlegte.


Frank Wecker / FW
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