Im Haus Cumberland wurde gefeiert: Fertigstellung 2013 geplant

Charlottenburg. Am Sonnabend, 15. September, wurde im Haus Cumberland am Kurfürstendamm 193 Richtfest gefeiert. Für Michael Müller (SPD) war es das erste Richtfest in seinem Amt als Senator für Stadtentwicklung und Umwelt.

Er lobte das rasche Bautempo: Zwischen Baugenehmigung und Richtfest sind elf Monate vergangen. "Das zeigt, dass in Berlin auch schnell und pünktlich gebaut werden kann", sagte der Senator. Unter den Gästen waren viele Besitzer der neuen Wohnungen, die spätestens im Sommer 2013 darüber verfügen können. In sieben Monaten war es Dirk Germandi und Detlef Maruhn zuvor gelungen, die 166 Wohnungen und 17 Penthäuser an Eigennutzer und Kapitalanleger zu veräußern. Ihr Geschäftspartner Dr. Thomas Bscher, der den vorderen Gebäudeteil am Kurfürstendamm saniert und anschließend im Bestand behält, kann von einer schnellen Vermietung der Gewerbeeinheiten berichten. Erstmals zeigte sich unter den Investoren auch Roland Mary, der seinen Edellokalen wie dem Borchardt und dem Cafe am neuen See nun im Haus Cumberland ein 500 Quadratmeter großes Kaffeehaus nach dem Vorbild des Pariser "La Coupole" hinzufügen wird.Die Unternehmer rechnen mit einer Investitionssumme von etwa 120 Millionen Euro für Sanierung und Ankauf des Gebäudes. Richtfest auf dem Gebäude, das seit 100 Jahren den Dachstuhl trägt, wurde gefeiert, weil sein gegenwärtiger Baustand mit dem eines Hauses zum Richtfest vergleichbar ist. Die neuen Dachgeschosse sind im Rohbau fertig und die Fassadenarbeiten weit gediehen. Im Innern arbeiten Handwerker teilweise am Wohnungsausbau. Am Ku’damm ist die Fassade abgerüstet und zeigt sich in ihrem historischen Vorbild.

Das Haus wurde als Boardinghaus von Robert Leibnitz entworfen, der auch das Adlon konzipiert hatte. Noch vor der Eröffnung ging es in Konkurs. Für ein Jahr diente es bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges unter dem Namen und Wappen von Ernst August Kronprinz von Hannover, III. Herzog von Cumberland, als Luxushotel. Es wies prunkvolle Festsäle, prächtigen Stuck, Wand- und Deckengemälde, auf. Davon hat sich über die Jahre vieles mit morbidem Charme erhalten.


Frank Wecker / FW
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