Investor will Gebäude zur Einkaufspassage verschmelzen

Mehr als ein Warenhaus: Karstadt am Kurfürstendamm steht offenbar vor einer Umgestaltung zum Einkaufskomplex. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Nach der Shopping-Mall am Leipziger Platz plant Investor Harald Huth offenbar ein weiteres Center am Kurfürstendamms. Den Charakter der klassischen Einkaufsstraße würde das verändern. Das gefällt nicht jedem.

Das Bild von der Zukunft des Einkaufens in der City West ist wieder um ein Gedankenspiel reicher. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, plant Investor Harald Huth ein neues Projekt in einer der besten Lagen Charlottenburgs. Er greift nach dem Gebäudeensemble um das Karstadt-Warenhaus.

Am Kurfürstendamm stehen dadurch nach Informationen der Morgenpost grundlegende Veränderungen an. So sind der Österreicher René Benko, dem das Haus gehört, Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und Huth eine Allianz eingegangen. Huth will offenbar die angrenzenden Häuser - einschließlich des Parkhauses an der Augsburger Straße - aufkaufen, das gesamte Ensemble umbauen und den Hof überdachen. Auf diese Weise entstünde ein Shoppingkomplex, der die Handelsfläche gegenüber dem heutigen Karstadt Warenhaus nahezu verdoppelt.

Sogar von einem Abriss dieser Immobilie war die Rede. Dass es soweit kommt, bezweifelt allerdings Gottfried Kupsch, Vorstand der AG City. "Geplant ist eine Umstrukturierung des ganzen Areals. Es wird nach unseren Informationen sicherlich eine Veränderung des Karstadt-Warenhauses geben, aber keinen Abriss. Auch die Bezeichnung als Einkaufzentrum trifft aus seiner Sicht nicht den Kern des Projekts. "Es sollen Passagen werden, die durchgesteckt sind", erklärt Kupsch.

Ansonsten begrüßt die AG City den neuen Impuls - anders als die Kurfürstendamm Interessengemeinschaft um Peter-Michael Riedel. "Wir haben jetzt die Edelmarken zurück, die nach dem Mauerfall in die Friedrichstraße gewandert waren. Und dazu passt so ein Einkaufszentrum nicht", sagt der Vorsitzende. Die Kombination aus Center und Einkaufsstraße gebe es außerdem schon am Stuttgarter Platz.

So lange keine konkreten Anträge bei ihm eingehen, will sich Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) nicht zu den Spekulationen äußern. Aber er macht zwei Feststellungen: "Das Erscheinungsbild des Parkhauses an der Augsburger Straße ist nicht mehr zeitgemäß. Und der Block hat viel Potenzial." Egal, welche Projektidee hier heranreift, für Schulte ist klar: "Karstadt bleibt ein Magnet."


Thomas Schubert / tsc
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