Mitarbeiter fühlen sich von ihrer Stadträtin vernachlässigt

Charlottenburg-Wilmersdorf. In einem Brief wirft jetzt Jugendamtsleiterin Uta von Pirani der Jugendstadträtin Elfi Jantzen (Bündnis 90/Die Grünen) vor, ihr Amt zu vernachlässigen.

Die Personalsituation "stellt ein unkalkulierbares Risiko für die Leistungsfähigkeit des Amtes insgesamt dar. Dies lässt sich mit der Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern nicht mehr vereinbaren", heißt es in dem Schreiben.Die Arbeitsweise des Amtes erregt mittlerweile bundesweit Aufsehen. Mütter demonstrierten, weil sie 20 Wochen und länger auf das Elterngeld warten müssen. Senatorin Sandra Scheeres (SPD) wurde von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) wegen der Zustände im Jugendamt gerügt. Die half dem Bezirk mit zusätzlichem Personal.

Anfragen der CDU und sogar des Bündnispartners SPD in der der Bezirksverordnetenversammlung offenbarten, dass die Dezernentin die Probleme dennoch nicht im Griff hat. Schuld hat, so versuchten ihr die eigenen Parteifreunde beizuspringen, die Personalpolitik des Landes. Weitere Schuldige sind, rechtfertigte sich die Dezernentin, die Fluktuation, bürokratische Verfahren bei den Stellenbesetzungen, Ferien, Urlaub, Krankheit und Pensionierungen.

Manuel Hercygier (CDU) wies die Stadträtin darauf hin, dass Personalmangel keine Besonderheit des Bezirks sei, wohl aber die Demonstration von Müttern. Die Stadträtin konnte keine Lösungen anbieten, außer bei aller Personalknappheit noch ein zusätzliches Gremium zu bilden, das die Arbeitsabläufe straffen soll.

Für eine Entlastung soll sorgen, den Mädchentreff "D 3" und den Abenteuerspielplatz Holsteinische Straße aus der bezirklichen Trägerschaft zu entlassen.

Die Bearbeitungszeit für Anträge auf Elterngeld beträgt derzeit 14 Wochen. Bis zum Jahresende soll die Bearbeitungszeit auf acht Wochen reduziert werden. Dann laufen aber auch die vom Land bewilligten zusätzlichen Stellen aus. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Wuttig kritisierte, dass kein Konzept vorliege, wie danach das Amt seine Aufgaben bewältigen könne. Eine sofortige Hilfe für die Mütter könnten Abschlagszahlungen bringen. Diese lehnt die Stadträtin jedoch ab.


Frank Wecker / FW
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