Neuankömmlinge im Schweinehaus fühlen sich sauwohl

Visayas-Pustelschweine: Die Neuankömmlinge fühlen sich in Berlin sauwohl. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Kurz vor Weihnachten machte sich der Zoo zwei Visayas-Pustelschweine zum Geschenk. Schweine werden häufig als reine Fleischlieferanten behandelt. Traditionell wendet sich jedoch der Zoo dieser scheinbar wenig attraktiven Art zu und kann daher eine enorme Vielfalt aufweisen.

Zu den bisherigen Schätzen wie dem Warzenschwein, den Bartschweinen und dem Hirscheber gesellen sich nun die Visayas-Pustelschweine. Weil auch sie in ihrer heimatlichen Armutsregion auf dem Speisezettel stehen, sind sie akut vom Aussterben bedroht. Die grazilen, meist nur 30 bis 40 Kilogramm schweren Wildschweine waren ursprünglich auf sechs großen zentralphilippinischen Inseln anzutreffen. Heute findet man sie nur noch auf Negros und Panay. Ihre letzte Sichtung auf Masbate, wo sie eventuell auch noch vorkommen, liegt schon 20 Jahre zurück. Dem Erhalt dieser Schweine in Menschenobhut kommt somit eine herausragende Bedeutung zu. Der Berliner Zoo ist neben dem Leipziger der einzige deutsche Tiergarten, in dem die Pustelschweine beobachtet werden können.

Die beiden Neuankömmlinge Samar und Panay stammen aus dem Zoo Posen. Als Pustelschweine werden sie aufgrund ihrer pustelförmigen Schwellungen im Gesicht mit hellerem Haar bezeichnet. Die männlichen Tiere haben eine Nackenmähne und einen Schopf aus längeren Haaren, welche kakadugleich aufgerichtet werden können. Helle Augenringe verleihen den Tieren einen Gesichtsausdruck, der sie aufgeweckt und lustig erscheinen lässt.

Die beiden knapp zweijährigen Pustelschweine mussten sich zunächst an das Berliner Schweinehaus gewöhnen. Jetzt, wo sowohl die Tierpfleger als auch die Tiere die Scheu voreinander verloren haben und es allmählich wärmer wird, dürfen sie auch ins Freie. Hier sind die flinken Tiere viel in Bewegung und durchstöbern jeden Winkel des Geheges.


Frank Wecker / FW
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