Prominente überreichen Ehrenamtspreise an 100 Bürger

Ehrenamtlich engagiert: Die Gruppe "Laib und Seele" der Trinitatisgemeinde erhielt den 1. Preis aus den Händen von Ulli Zelle (Bildmitte). (Foto: Wecker)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Mehr als 100 Bürger wurden am 7. September in der Fußgängerzone der Wilmersdorfer Straße für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenamtspreis des Bezirks und Anerkennungen geehrt.

Es waren so viele, dass sogar der geübte Fernsehmoderator Ulli Zelle die Namen durcheinanderbrachte. Darunter waren viele prominente Bürger, die er selbst für die Abendschau bereits interviewt hatte und von denen viele auch durch die Berichte in der "Berliner Woche" der Leserschaft bekannt sein dürften. Mit Gabi Decker und Bert Beel hatte Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) zwei weitere prominente Unterstützer dieser öffentlichen Ehrung des freiwilligen Engagements an seiner Seite.Für das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Team "Laib und Seele" der Trinitatiskirche schien die Bühne fast nicht auszureichen. Das Team besteht aus etwa 40 freiwilligen Helfern, die seit sieben Jahren jede Woche gut 1,2 Tonnen Lebensmittel an Arme austeilen. Bei den Lebensmitteln handelt es sich um Spenden, die einen Tag vor der Ausgabe von den Helfern abgeholt und sortiert werden. Am Ausgabetag wird vor der eigentlichen Verteilung nochmals etwa vier Stunden gearbeitet. Für diese kontinuierliche hohe Leistung wurde das Team mit 1200 Euro prämiert.

Den 2. Preis in Höhe von 900 Euro erhielt Regina Marte, die sich seit zehn Jahren für alkoholkranke Frauen einsetzt. Sie leitet in der Beratungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige eine Gruppe, die sich mit einer "biografischen Lebensreise" therapiert. Darüber hinaus hat sie 2003 eine Selbsthilfegruppe für süchtige Frauen aufgebaut, die sie bis heute leitet.

Den 3. Preis in Höhe von 500 Euro erhielt Erika Marx. Diese von einem entbehrungsreichen Leben gezeichnete Frau wirkt seit Jahrzehnten für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit schwerer geistiger Behinderung. Sie kennt die Nöte aus persönlicher Erfahrung, denn ihr Sohn ist geistig behindert. Im Elternverein "Zukunftssicherung" engagierte sie sich auf den Gebieten "Wohnen", "schulische Förderung" und "Arbeit". Häufig ist sie mit ihrem Hund Chico unterwegs. Den nimmt sie zu ihren Märchenstunden in ein Altenheim mit, wo er der Liebling der Bewohner ist.

Ferner wurden sieben Anerkennungspreise vergeben. Die erhielten Einzelpersönlichkeiten wie Edith Kiesler, die sich seit zwölf Jahren für die Berliner Aidshilfe engagiert, und Gisela Lorenz für den Aufbau und die Führung des Vereins "Freunde im sozialen Dienst", der im Haus Helene Weber des katholischen Frauenbundes hilfsbedürftige alte Menschen unterstützt. Der Anerkennungspreis wurde der DLRG zugesprochen, deren 250 zumeist jugendliche Mitglieder an den Badestellen Stößensee und Teufelssee ihren Rettungsdienst versehen. Ausgezeichnet wurde die "Lietzenseeschriftstellerin" Irene Fritsch mit ihrer Dienstagsgruppe. Seit Sommer 2004 arbeitet die Gruppe jeweils dienstags an der Verschönerung der Parkanlagen am Lietzensee. Gewürdigt wurde das Engagement der "Hertha Cops". Das sind wackere Polizisten, die den Herthafußballern über jeden Abstieg hinweg die Treue halten. Aber nicht diese außergewöhnliche Treue wurde gewürdigt, sondern ihre Unterstützung für das Kinder- und Jugendhilfezentrum "Mariaschutz" der Caritas. Dafür haben sie in den vergangenen elf Jahren mehr als 10 000 Euro gespendet. Sie versuchten, den Kindern mit dem Besuch der Herthaspiele ein wenig Freude zu bereiten. Ausgezeichnet wurde ferner das bezirkliche Unionhilfswerk für die vielfältigen Angebote, die den Senioren im Klub in der Herthastraße unterbreitet werden. Schließlich erhielt die Gruppe "Amphibienschutz" des Ökowerks eine Anerkennung. Seit zehn Jahren tragen die fünf Frauen zur Wanderzeit Kröten, Molche und Frösche sicher über die Straße und pflegen die Teiche auf dem Gelände des Ökowerks.


Frank Wecker / FW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden