Rudi Uda als Chef des Heimatvereins bestätigt

Wiedergewählt (v.l.): Rudi Uda, Rosi Purschke und Marion-Ise Halten-Bartels und Otto Arnold. (Foto: KEN)

Charlottenburg. "Ich bin zwar schon 85 Jahre alt, aber ich mache noch zwei Jahre weiter." Rudi Uda ist noch einmal für die Wahl zum Vorsitzenden des Heimatvereins Charlottenburg angetreten.

Die 25 anwesenden Mitglieder des Vereins würdigten seinen Einsatz und bestätigten ihn erneut mit 24 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung in seinem Amt. Wiedergewählt wurden auch Marion-Ise Halten-Bartels und Otto Arnold als dessen Stellvertreter sowie Rosi Purschke als Schriftführerin und Sonja Hellmig als Schatzmeisterin. Der Heimatverein hatte in der vergangenen Woche zu seiner Jahreshauptversammlung in das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf eingeladen. Neben der Vorstandswahl stand ein Situationsbericht von Bürgermeister und Vereinsmitglied Reinhard Naumann auf der Tagesordnung. Museumsleiterin Birgit Jochens erläuterte die Geschichte der Villa Oppenheim, in der das Museum sein Domizil gefunden hat, und warb für die Heinrich-Zille-Ausstellung im Haus, die im Rahmen des Berliner Themenjahrs "Zerstörte Vielfalt" gezeigt wird.

Für den Bürgermeister hat Kultur und Erinnern im Bezirk eine wichtige Rolle gespielt, um beide Stadtzentren Berlins - die neue Mitte und die City West - "wieder in Balance zu bringen". "Es wäre natürlich schön, wir hätten die Nofrete noch hier. Aber Berggruen ist auch schön." Das Museum im Stülerbau und sein kürzlich eingeweihter Erweiterungsbau seien ein "Highlight". Naumann verwies auf die über 1800 Stolpersteine, die im ganzen Bezirk verlegt seien - von insgesamt 4000 in Berlin. "Charlottenburg war und ist wieder der traditionelle Wohnort der Juden in Berlin."

Für das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf ist die kleine Zille-Werkschau ein Glücksfall, so Birgit Jochens. "Zille ist Pflicht. Er hat 40 Jahre lang in der Sophie-Charlotten-Straße 88 gelebt." Die Schau, die das Mitglied der Berliner Secession zum Thema hat, geht der Frage nach, wie die Nationalsozialisten ihn zu ihren Zwecken umgedeutet haben. "Er wurde nicht verboten oder verbrannt", so Jochens. Das Erstaunlichste an der Ausstellung sei der Kurator, ein 23-jähriger Bachelor-Absolvent. "Unsere Ausstellung ist ein Beispiel für die Nachwuchsforschung an den Berliner Universitäten."

Der Charlottenburger Heimatverein mit derzeit rund 100 Mitgliedern wird auch in diesem Jahr an seinen gewohnten interessanten Vorträgen, Führungen, Besichtigungen und Tagesfahrten festhalten. Geplant sind der Besuch des sanierten Tieranatomischen Theaters der Charité, ein Spaziergang durch den Volkspark Jungfernheide, eine Fahrt nach Torgau in Sachsen sowie eine Reise nach Prag.

Heimatverein Charlottenburg e.V., Rathaus Charlottenburg, Raum 233c, Otto-Suhr-Allee 100, 902 91 36 32, E-Mail: heimatverein-charlottenburg@web.de.

Karen Noetzel / KEN
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