Beim Aktionstag füllten Müllsammler 30 Säcke

Saubere Plätze, reines Gewissen: Die Helfer der Loschmidt-Oberschule waren sich nicht zu fein. Martin Klein und Virginia Scharkowsky von der BSR. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Tüten, Flaschen, zahllose Kippen: Ein Putztrupp aus jugendlichen Ehrenamtlern fuhr reiche Ernte ein. Die Hauptverantwortung trugen Teilnehmer der Loschmidt-Schule.

Sie sind oben offen, sie sind geräumig, stehen fast an jeder Ecke. Und würde man die Mülleimer der BSR gemäß ihrem Zweck nutzen, hätte Andreas wenig Arbeit gehabt. Da dies aber zu selten geschieht, geriet der Kiezputz für den 17-Jährigen und etwa 300 weitere Freiwillige rund um die Loschmidt-Oberschule in der Loschmidtstraße zum mehrstündigen Akt. "Den meisten Dreck haben wir rund um die Schule gefunden", klagt Andreas. "Viele gehen nebenan zum Bäcker und werfen die leere Tüte einfach auf den Weg."

Dementsprechend stapelten sich nach der Aktion "Besser sauber!", veranstaltet im zehnten Jahr, die Tüten: mehr als 30 an der Zahl - zwei Kubikmeter Müll.

Tausende Kippen und Schnipsel, aber auch eine Spritze und Tierkadaver - die freiwilligen Putzleute fegten fast alles selbstständig hinfort. Nur die heikleren Funde überließen sie den Profis von der BSR. Was diese an den Jugendlichen findet, zeigt sich am gemeinsamen Programm, bei dem sich die Loschmidt-Schüler für einen Ausbildungsvertrag empfehlen. Lag die Übernahmequote bisher bei zwei Dritteln der Teilnehmer, konnte die Verantwortliche Virginia Scharkowsky in diesem Jahr einen Rekord vermelden: Beinahe 100 Prozent der Probekräfte tragen bald offiziell Orange.

Unterstützung beim Aktionstag 2014 gab es auch durch kleine Helfer der Evangelischen Grundschule und der Kita Nord. Und schließlich übermittelte Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) Dank von Seiten des Bezirks. "Manche Schulen stehen da wie eine Trutzburg", sagte Naumann. "Ihr schaut: Was ist um Euch herum?" Maßgeblichen Teil an diesem Erfolg haben Methoden, die der frühere Schulleiter Wolfgang Foest im Alltag an seiner Berufsschule zu verankern wusste, bevor er vor zwei Jahren starb.

Und sein Nachfolger, Martin Klein, der jedes Jahr den Foest-Ehrenamtspreis verleiht, verfährt nicht anders. "Wir stehen ein für Werte, dank denen man im Berufsleben gut Fuß fassen kann: Pünktlichkeit, Engagement und Teamgeist. Das ist es, was wir erreichen müssen", sagt Klein. "Wir formen aus Einzelkämpfern ein Team."


Thomas Schubert / tsc
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