Besser als im Rest der Stadt: Erster Armutsbericht für den Bezirk erschienen

Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Armutsrisiko ist für die Bevölkerungsgruppen und die Bezirksregionen unterschiedlich verteilt. Die gute Nachricht: Im Berlinvergleich sind in Charlottenburg-Wilmersdorf weniger Menschen von Armut bedroht oder betroffen.

2015 betrug die bezirkliche Armutsgefährdungsquote 14,7 Prozent, im Berliner Durchschnitt 15,3 Prozent. Allerdings lebte 2014 jeder vierte Einwohner in Armutsnähe. Positiv: In Berlin ist allgemein ein Rückgang der Armutsquote festzustellen. Im Hauptstadtvergleich bekamen in Charlottenburg-Wilmersdorf auch weniger Personen Mindestsicherungsleistungen, 2014 waren das 14 Prozent, in Berlin insgesamt 19,2 Prozent. Leicht gesunken ist die Zahl der unter 65-Jährigen, die in Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften leben, sowohl im Bezirk als auch in Berlin.

Besonders alarmierend: Fast jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet. 2015 waren es 17,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Die Quote steigt mit zunehmenden Alter an. Bei den unter Sechsjährigen lag sie 2014 bei 18,3 Prozent, bei den 12- bis 18-Jährigen bei 20,8 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil bei Kindern von Alleinerziehenden und in kinderreichen Familien. Mehr als 50 Prozent der Minderjährigen in Charlottenburg-Nord leben mit Hartz IV.

Erfreulicherweise sind die Älteren weniger häufig von Armut bedroht. Trotzdem steigt die Quote derer, die im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind. Auch hier sind die Zahlen in Charlottenburg-Nord höher als in anderen Stadtteilen. 84,8 Prozent der Älteren ab 65 Jahren beziehen ihren Lebensunterhalt überwiegend aus der Rente oder Pension. Damit liegt der Bezirk unter dem Berliner Durchschnitt von 92,6 Prozent. 5,5 Prozent der Berliner ab 65 Jahren ist erwerbstätig. Für Charlottenburg-Wilmersdorf ist die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe mit 11,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Um Armutsrisiken zu bekämpfen, muss Chancengleichheit hergestellt werden. Das bedeutet mehr Kitas und Jugendfreizeiteinrichtungen, Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser, aber auch kostengünstige Freizeit-, Kultur- und Sportangebote. ReF
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