Einsatz für Schwache ausgezeichnet

Wenn Sylvia Richter Helfer wie Karin Sonnabend (l.) nicht hätte – ihre City Station wäre wohl längst Geschichte. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Die einen kümmern sich in Notfällen um Kinder von psychisch Kranken. Die anderen verschaffen denen, die kaum einen Euro entbehren können, warme Mahlzeiten zu symbolischen Preisen. AMSOC und City Station stehen beim Ehrenamtspreis gemeinsam oben.

Es schenkt suchtkranken Migranten eine Perspektive. Es bietet Senioren, bedroht von Anonymität und Vereinsamung, eine feste Bande. Es sorgt sich um jene, die es Überwindung kostet, um Hilfe zu bitten. Das Ehrenamt in Charlottenburg-Wilmersdorf hat viele freundliche Gesichter. Köpfe, die zumeist im Verborgenen wirken. Antlitze, die es zu kennen lohnt.

Und in diesem Sinne unternahm das Bezirksamt mit der Verleihung des diesjährigen Ehrenamtspreises ein Stück Öffentlichkeitsarbeit für die unentbehrlichen Bürger in gemeinnützigen Rollen. Neben mehreren Anerkennungspreisen würdigte man ausführlich vier Kandidaten – und zwar zwei Sieger und zwei Zweitplatzierte. Zu letzteren gehört Ramin Graf vom Verein „Zephir“, einer Organisation zum Wohle von Suchtkranken mit Zuwanderungsgeschichte. Und außerdem Clemens Hirsch vom Mittelaltertreff in Charlottenburg-Nord, Gründer einer geselligen Veranstaltung zum gemeinsamen Kochen.

Dass die beiden ersten Plätze, jeweils mit 1100 Euro dotiert, im Zeichen von besonders Hilfsbedürftigen stehen, beruhte auf breiter Zustimmung der Entscheider. Glückwünsche gingen an Angela Kern-Welsch von der Ambulanten Sozialpädagogik Charlottenburg AMSOC, verantwortlich für ehrenamtliche Patenschaften zugunsten der Kinder von psychisch erkrankten Eltern. Dies geschah im zehnten Jahr der spendenfinanzierten Arbeit. Vergleichbares gilt für die City Station in der Joachim-Friedrich-Straße. Für kleinstes Geld essen, duschen, neu einkleiden, frisieren, im Winter auch übernachten – „all das wäre ohne ehrenamtliche Hilfe undenkbar“, versicherte Leiterin Sylvia Richter bei der Auszeichnung als zweiter Sieger. Freiwillige wie Karin Sonnabend, die zwölf Wochenstunden auf selbstlose Weise verbringt und dadurch als leuchtendes Beispiel gilt.

So beurteilte es jedenfalls RBB-Reporter Ulli Zelle als Moderator der Ehrung und Mann mit Blick für das große Ganze. „Im Zusammenhang mit dem Wandel, den unsere Republik derzeit erlebt, wird das Ehrenamt immer wichtiger“, hielt er fest. „Denn ansonsten können wir den Satz der Kanzlerin ,wir schaffen das' wohl nicht mit Inhalt füllen.“ tsc
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