Anwohnerklagen schränken Sport- und Spielmöglichkeiten ein

Berlin. Mannschaftssport im Freien macht Spaß, aber meist auch Lärm. Wer nahe einer Sportanlage wohnt, kann auch mal genervt sein von all dem Krach und so gibt es immer wieder Klagen wegen Lärmbelästigung.

Jetzt sorgte zudem eine Kita in Dahlem für Aufsehen, weil der Investor eines Luxusprojekts dort eine Mauer bauen lässt, um die neuen Anwohner vor Kinderlärm zu schützen und Klagen vorzubeugen. Auch durch Kinder auf Spielplätzen fühlen sich viele Menschen belästigt. Sportler kennen das Problem bereits länger. Wohngebiete rücken immer näher an Sportanlagen heran und immer wieder beschweren sich Anwohner über den Lärm der dort spielenden Kinder, über aufprallende Bälle oder die Autos der Zuschauer.

Es kam schon zu Gerichtsverfahren und immer wieder wurden die Zeiten eingeschränkt, in denen Plätze und Hallen genutzt werden können. So geschehen in Niederschönhausen, wo eine neue Turnhalle nur dem Schulsport vorbehalten bleibt oder im Fall des Sportplatzes an der Kreuzberger Körtestraße, wo Trainingszeiten und Zeiten für Veranstaltungen eingeschränkt wurden. Das geht zu Lasten des Vereinssports. „Die Klagen kommen, wenn aus Mietern Wohnungsbesitzer werden“, sagt Dietmar Bothe, Sprecher des Landessportbunds Berlin.

Abstände zwischen neuen Wohnhäusern und Sportanlagen können oft nicht mehr eingehalten werden. Für Sportplätze gilt aber weiterhin das Bundesimmissionsschutzgesetz und damit laut Bothe die gleichen Lärmvorschriften wie für Industrieanlagen. Er fordert Ausnahmeregeln. Bei Turnieren von 13 bis 15 Uhr Ruhezeiten einzuhalten, funktioniere nicht.

Gleichzeitig sollten die Bezirke, bevor sie Baugenehmigungen erteilen, auf die Sportanlagen hinweisen und von den Investoren entsprechende Lärmschutzmaßnahmen fordern. Zwar gibt es auch gegen die Mauer an der Kita in Dahlem Proteste, doch hier hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf genau diesen Weg beschritten.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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