Bei den School-Finals dominieren Charlottenburger Teams

Dario Hagelberg (gelb) von der Gottfried-Keller-Oberschule schied mit seinem Team beim vierten Vorentscheid der School-Finals vorzeitig aus. (Foto: Nittel)

Charlottenburg. Beim vierten und letzten Vorentscheid der School-Finals-Berlin, dem Streetball-Event der Hauptstadt, im Horst-Dohm-Eisstadion am 27. Juni bewiesen Charlottenburgs Schüler einmal mehr, dass sie zu den besten Korbjägern in ganz Berlin gehören.

Sieben Teams von vier Schulen qualifizierten sich für die Endrunde, die am Donnerstag, 3. Juli, an gleicher Stelle ausgerichtet wird. Das "Team Orio" von der Schiller-Oberschule stellte bei den Jungen der Jahrgänge 1997/98 sogar das beste Team. Darüber hinaus schafften aber auch Mädchen und Jungen der Sophie-Charlotte-Oberschule, der Friedensburg-Schule und der Gottfried-Keller-Oberschule den Sprung ins Finale.

"Wir haben alles erreicht, was wir uns vor 21 Jahren für diese Veranstaltung vorgenommen haben", sagt Initiator und Organisator Mathias Ramsauer von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, der auch in diesem Jahr bei der Organisation und Durchführung der School-Finals vom Streetball-Team der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit bravourös unterstützt wird.

Die Grundidee ist so einfach wie genial: Alle Spiele werden ohne Schiedsrichter durchgeführt. Die Kinder und Jugendlichen müssen sich untereinander verständigen, einigen und ihre Konflikte lösen. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Aber: Ja! Eindeutig ja! Unser Spielprinzip hat von Beginn an funktioniert und sich durchgesetzt." Natürlich gab es auch Reibereien - in einem der ersten Jahre auch eine ernsthafte Bedrohung: "Ich steche Dich ab", hatte ein Schüler einst Ramsauer bedroht. Es kam zu Handgreiflichkeiten, bei denen auch schon mal Zivilfahnder eingreifen mussten - doch all dies blieben Ausnahmen. Etwas richtig Schlimmes ist nie passiert. "Man muss sich doch einfach nur mal umschauen und sehen, wie friedvoll und fröhlich so viele Kinder miteinander umgehen", legt Ramsauer mit Recht den Fokus darauf, dass diese Idee in 99,99 Prozent aller Fälle funktioniert hat.

Nun wird Mathias Ramsauer in diesen Tagen pensioniert. Doch die School-Finals, in die der 65-Jährige viel Herzblut und Leidenschaft investiert hat, wird es weiterhin geben. Eventuell sogar mit seinem Initiator. "Wir werden heute noch nicht voneinander Abschied nehmen müssen", ist Ramsauer optimistisch, dass Gespräche mit der Senatsverwaltung über eine Weiterbeschäftigung zu einem für beide Seiten positiven Ende gebracht werden. "Ich wollte mein Leben jenseits der Arbeit zwar noch ein wenig genießen. Aber diese Sache hier hängt mir schon sehr am Herzen", sagt Ramsauer und benutzt ein sehr schönes Bild: "Ich lasse niemanden im Regen stehen. Aber den Schirm sollten schon die anderen mitbringen."

Abschließend lässt Ramsauer, der seine berufliche Laufbahn als Lehrer an einer Neuköllner Hauptschule begann, die 21 Jahre noch einmal Revue passieren und erinnert sich an seinen schönsten, aber auch anstrengendsten Tag. "Das war 1999, als der damals beste deutsche Basketballer Detlef Schrempf die School-Finals eröffnet hat und ich am Nachmittag mit Kobe Bryant, einem der weltweit besten Basketballer, über den Platz geschlendert bin. Wer kann das schon von sich behaupten?"

Und so ist beim künftigen Pensionär für die School-Finals kein Wunsch offen geblieben. "Ich habe mir für diese Veranstaltung immer erreichbare Ziele gesteckt und nie den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht." Aber der Privatmann Ramsauer hat noch einen großen Traum: "Ich habe alle Kontinente bereist. Nur in Australien bin ich noch nicht gewesen. Doch auch das werde ich irgendwann noch schaffen."


Michael Nittel / min
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