Am ZOB ballen sich Fernbus-Fahrten: Erweiterung beginnt im Sommer

Am Limit seiner Möglichkeiten: Der angegraute ZOB musste erneut einen Passagierrekord verkraften. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Zentraler Omnibusbahnhof ZOB |

Westend. Hinfort in die Heimat – und nach dem Weihnachtstagen zurück zur Silvestersause: 3116 Abfertigungen verzeichnete der Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) rund um Weihnachten 2015. So viel wie noch nie. Und weil das Wachstum der Branche weitergeht, kommt es im Sommer 2016 zum lang erwarteten Ausbau.

Tickets scannen, Koffer verladen, Motor starten. Es ist das immergleich Procedere mit immer neuen Reisenden auf immer mehr Strecken. Fernbusfahren gilt seit der Liberalisierung des Marktes als günstigste Art, das Land zu durchqueren. Und einer der am heißesten frequentierten Orte im vergangenen Jahr – und hier vor allem zum Jahresende – war der Berliner ZOB.

Ähnlich wie der Flughafen Tegel leistet das Terminal am Messedamm nun ein Vielfaches dessen, wofür es zu Mauerzeiten gedacht war. Setzten sich 2013 noch 99 000 Busse in Bewegung, waren es 2014 schon 175 000. Und 2015 markiert mit 209 000 An- und Abfahrten den bisherigen Höhepunkt, wobei sich als Stoßzeit einmal mehr die goße Reisephase vor und nach Weihnachten erwies. „Die Verkehrsspitze wurde am 23. Dezember in der Zeit zwischen 6.30 und 9 Uhr mit 140 An- und Abfahrten registriert. Verkehrsreichster Tag war der 27. Dezember mit 740 An- und Abfahrten“, vermeldete BVG-Sprecher Markus Falkner.

10 Haltebuchten mehr

All dies legt nahe: Der ZOB braucht den Ausbau. Und nach mehreren Aufschüben soll im Sommer 2016 tatsächlich die überfällige Erweiterung starten. Statt 27 Haltebuchten umfasst der Verkehrsknoten künftig 37. Und zwar in einem Zickzack-Muster, das zu einer deutlich effektiveren Abfertigung führen soll. „Das Konzept sieht eine Anordnung der Haltestellen im Mittelbereich in zwei Schrägreihen sowie am Außenring im Sägezahnmuster vor. Durch diese Anordnung ist die Nutzung einer jeden Haltestelle unabhängig von der Belegung der Nachbarhaltestellen möglich“, erklärt Martin Pallgen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Gerechnet auf eine Stunde seien so 20 Nutzungen mehr zu leisten als bisher. Die Kosten der Modernisierung: 14,3 Millionen Euro.

Ampel über den Messedamm?

Ein vergleichweise günstiger Posten betrifft dabei die Verbesserung der Zugänglichkeit aus östlicher Richtung. Da offenbar ein Großteil der Reisenden die orangefarben geflieste Unterführung meidet und trotz fehlender Ampel lieber den Messedamm quert, soll die Lösung hier ansetzen. Laut Senatssprecher Pallgen wird derzeit geprüft, „inwieweit eine zusätzliche Signalanlage die ebenerdige Querung über den Messedamm zum ZOB nördlich der Kreuzung absichern kann. Diese Querung wird im Regelfall von der Mehrzahl der Fahrgäste für die Verbindung zwischen S-Bahn und ZOB genutzt.“

Ebenfalls in Arbeit befindet sich eine verbesserte Wegweisung für Fußgänger am gesamten Knoten. Denn obwohl am Busbahnhof so viele Touren starten wie noch nie bedeutet dies nicht, dass jeder auf Anhieb die richtige Haltestelle findet. tsc
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