Automatisch abgerechnet: Forscher testen neues digitales Fahrscheinsystem

Berlin. Der Trend geht hin zum digitalen Fahrschein. Forscher haben ein System entwickelt, das automatisch abrechnet, welche Strecke man zurückgelegt hat. Der Fahrgastverband hat jedoch Bedenken.

Digitale Fahrscheine gibt es im Berliner Nahverkehr schon länger. Sie werden über eine App gebucht und auf dem Smartphone gespeichert. Das funktioniert unter anderem bei Einzelfahrscheinen, Vier-Fahrten-Karten und Tageskarten.

Trotzdem dominiert immer noch der gute alte Papierfahrschein. Das soll sich in Zukunft ändern. Eine Forschergruppe der TU hat sich mit dem Thema beschäftigt und dabei auch den Tarif-dschungel in den Blick genommen, durch den man sich schlängeln muss, wenn man Tarifzonen und Fahrscheinoptionen betrachtet.

Der Vorschlag der Forscher: das Check-in/Be-out, kurz Cibo-System, in Berlin einzuführen. Konkret bedeutet das, dass sich Fahrgäste künftig nur noch beim Einsteigen über ihr Smartphone anmelden müssten und die Fahrt per Funk verfolgt wird. Dem digitalen System ist dann automatisch klar, welche Strecke zurückgelegt wurde. Abgerechnet wird per Prepaid- oder Kreditkarte. Nach Angaben der Forscher, die zu Cibo auch eine Umfrage durchgeführt haben, stehen 61 Prozent der Befragten einer solchen Technik offen gegenüber.

Kritisch ist dagegen der Berliner Fahrgastverband Igeb. Er hatte erst im vergangenen Jahr eine Datenpanne im Zusammenhang mit digitalen Fahrscheinen aufgedeckt. Die Lesegeräte für Abo-Chipkarten in den BVG-Bussen hatten die Bewegungsprofile der Nutzer unerlaubt gespeichert.

„Keines dieser Systeme ist absolut sicher“, sagt daher Igeb-Sprecher Jens Wieseke. Er sieht ein Problem darin, dass die Ticketsysteme meist von privaten Firmen betrieben werden und zu wenig gesetzlicher Kontrolle unterliegen. jtw
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Ulrike Grassau aus Spandau | 13.01.2017 | 18:25  
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