Bahn statt Dieselauto? Verkehrsverbund gegen Sondertickets in Berlin

Berlin. In Düsseldorf gibt es seit Kurzem vergünstigte ÖPNV-Tickets für Dieselfahrer; Stuttgart hat ein „Feinstaub-Ticket“. Für Berlin sind solche Tickets bislang kein Thema.

Mit dem kürzlich beschlossenen Diesel-Fahrverbot in Stuttgart und der Aussicht, dass es zu solchen Schritten auch in anderen großen Städten kommen könnte, lassen sich auch Verkehrsgesellschaften einiges einfallen. Während einer Testphase können derzeit Düsseldorfer Dieselfahrer, die bereit sind, ihren Fahrzeugschein bei der Verkehrsgesellschaft abzugeben und ihr Auto stehen zu lassen, das Monatsticket zum halben Preis bekommen.

In Stuttgart gibt es schon seit dem vergangenen Jahr das „Feinstaub-Ticket“ – ein Einzelticket zum halben Preis an den Tagen, an denen besonders hohe Feinstaubwerte gemessen wurden. Dieses Ticket soll nun zu einem Langzeitticket ausgebaut werden mit einer Ermäßigung von 20 bis 35 Prozent. Über diese unterschiedlichen „Diesel-Tickets“ in Deutschland berichtet die FAZ. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sieht für Berlin allerdings keinen Grund, solche Tickets einzuführen.

Elke Krokowsi, Sprecherin des VBB, sagt, dass es bisher auch noch nicht nachweisbar sei, ob die „Diesel-Tickets“ wirklich dazu führen, dass weniger Diesel-Fahrzeuge unterwegs sind. Die Entscheidung Auto- oder ÖPNV-Nutzung sei nicht in erster Linie durch den Fahrpreis bestimmt.

Zudem müsse man die finanziellen Aspekte beachten, denn für verbilligte Diesel-Tickets wären Ausgleichszahlungen für die zu erwartenden Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen erforderlich. „Diese wären in Berlin auf Grund der Größe weitaus höher als in Stuttgart“, sagt Krokowsi und weist darauf hin, dass in Stuttgart darüber diskutiert werde, das Feinstaub-Ticket nicht mehr so stark zu rabattieren, da die Kosten sehr hoch liegen. jtw
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