Eine größere Tarifzone: CDU will Nahverkehr für Pendler attraktiver machen

Berlin. Brandenburger Pendler sollen mehr Bahn statt Auto fahren. Die Berliner CDU möchte deshalb die Tarifzone B ausweiten.

Täglich pendeln viele Brandenburger zum Arbeiten nach Berlin – meist mit dem Auto oder in einer Kombination aus Auto und Bahn. Damit entsteht ein Problem: Neben verstopften Straßen sind auch zahlreiche Park&Ride-Parkplätze an den S-Bahn-Stationen mit Pendlerautos überfüllt.

Um mehr Menschen zu motivieren, auf die Bahn umzusteigen, hat die Berliner CDU nun einen Antrag im Abgeordnetenhaus eingebracht, der die Ausweitung der Tarifzone B vorsieht. Statt an der Stadtgrenze zu enden, soll die Tarifzone bis nach Brandenburg hineinreichen – etwa bis nach Erkner, Röntgental, Schönefeld, Dallgow-Döberitz oder Hohen Neuendorf. „Der Senat investiert hohe Millionenbeträge, um den Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Er vergisst dabei aber immer wieder, dass Berlin nicht am inneren S-Bahn-Ring endet“, erklärte dazu Stephan Schmidt, Sprecher der CDU-Fraktion für den Bereich Bezirksfinanzen.

Er hat den Antrag ins Abgeordnetenhaus mit eingebracht, meint aber auch, dass für eine Problemlösung noch mehr nötig sei – etwa der Ausbau der Parkplätze. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) beurteilt den Vorstoß skeptisch. So sagte VBB-Sprecher Eike Arnold der Berliner Zeitung, dass eine Ausweitung einer Tarifsenkung gleichkäme und einen finanziellen Ausgleich brauchte.

Kritisch ist auch der Berliner Fahrgastverband IGEB. „So lagert man das Parkplatzproblem nur von Berlin nach Brandenburg aus“, sagt Jens Wieseke, Vorstandsmitglied und Sprecher des IGEB. Seiner Meinung nach liegt eine Lösung in einem verbesserten öffentlichen Nahverkehr in Brandenburg. Zum Beispiel habe sich in Strausberg gezeigt, dass Pendler die Autos stehen lassen, wenn sie gut mit der Straßenbahn bis zur S-Bahn kommen. jtw
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