Senat will Fahrradparkhäuser, doch Betreiber fehlen

Berlin. Die Zahl der Fahrradfahrer in Berlin wächst. An Metallbügeln, Straßenlaternen und Geländern wird es eng, denn auch Radfahrer brauchen Parkplätze.

Für Pendler soll es ab dem kommenden Jahr am Stadtrand Abstellanlagen geben. So werden am S-Bahnhof Mexikoplatz und am U-Bahnhof Krumme Lanke überdachte Fahrradabstellanlagen entstehen. Weitere sollen folgen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt möchte es für Pendler aus dem Umland attraktiver machen, mit dem Rad bis zum Bahnhof und dann per Bahn und Bus in die Stadt zu fahren. Damit die Fahrräder auch sicher abgestellt werden können, sollen sie in Parkhäusern verwahrt werden.

Gut für die Pendler, aber für die vielen Radfahrer in der Innenstadt ändert das nichts an der Parksituation. Nach Angaben der Senatsverwaltung gibt es zwar Pläne, in der Innenstadt sogar richtige Fahrradparkhäuser zu bauen. Doch bislang ist kein Interessent gefunden, der das Ganze betreiben könnte. "Das Land Berlin kann das nicht selbst übernehmen, aber wir sind im Gespräch mit der Deutschen Bahn", sagt Daniela Augenstein, Sprecherin der Senatsverwaltung. Auch die BVG wäre als Betreiber denkbar. Doch alle potenziellen Betreiber sind zurückhaltend, da sie Geld für die Benutzung verlangen müssten.

"Fahrradparkhäuser sind hierzulande noch sehr neu und es gibt kaum Bereitschaft bei den Radfahrern, dafür zu bezahlen", sagt Augenstein, auch wenn es voraussichtlich nur 50 Cent oder ein Euro wären.

Dass die Pläne für die Innenstadt stocken, stößt auf Kritik beim ADFC Berlin. "Fahrradparkhäuser müssen dort gebaut werden, wo jeden Tag Tausende Räder abgestellt werden", sagt Bernd Zanke vom Landesvorstand des Fahrradclubs. Besonders dringend gebraucht werden sie seiner Meinung nach am Hauptbahnhof.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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