Tierschutzverein für Berlin fordert komplettes Verbot

Berlin. Eine Fahrt mit Pferden, Wagen und dem Kutscher auf dem Bock hat eigentlich etwas Romantisches. Mit der Pferdekutsche Berlin zu erkunden, ist für Touristen ein besonderes Erlebnis. Doch die Fahrten geraten in die Kritik.

Der Tierschutzverein für Berlin fordert sogar ein komplettes Verbot gewerblicher Anbieter. Bereits seit 2009 gibt es klare Regelungen für die Betreiber von Kutschfahrten, die durch die Innenstadt führen. Als Zugpferde dürfen nur gesunde, gut genährte und gepflegte Tiere eingesetzt werden, die mindestens fünf Jahre alt und für die Personenbeförderung ausgebildet sind. Sie dürfen nicht zu schwer ziehen und nach neun Stunden muss spätestens Schluss sein. Länger darf ein Pferd laut der Berliner Leitlinien für Pferdefuhrwerksbetriebe nicht im Einsatz sein.

Doch diese Vorgaben reichen dem Tierschutzverein nicht. Er fordert ein komplettes Verbot der Pferdekutschfahrten und nennt ihren gewerblichen Einsatz Tierquälerei. Anlass dafür ist ein Ereignis, das Mitte Juni durch die Medien ging. Ein Pferd war vor dem Brandenburger Tor zusammengebrochen. Seitdem wird diskutiert, ob die Leitlinien ausreichend sind. Marcel Rittsche, der Kutschfahrten durch die Innenstadt vermittelt und täglich mit den Kutschern und ihren Kunden zu tun hat, hält den Vorfall für einen Einzelfall, der aufgebauscht werde.

"Was da passiert ist, ist nicht schön. Aber es war ein Unfall, da sich das Pferd in einer Vorrichtung zum Auffangen der Pferdeäpfel verfangen hatte - also nicht aus Erschöpfung zusammengebrochen ist", sagt Rittsche. Die bestehenden Regelungen finde er im Übrigen gut und wichtig. Denn vor ihrer Einführung habe es einige schwarze Schafe auf dem Markt gegeben, die den Tierschutz nicht ganz so ernst genommen hätten.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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