Viele Fahrradunfälle passieren durch Abbiegefehler

Berlin. Im August kam es zu mehreren schweren Unfällen an Kreuzungen, bei denen Radfahrer verletzt wurden. Einer endete tödlich. Abbiegefehler sind die häufigste Unfallursache mit Radfahrerbeteiligung in Berlin.

Große Kreuzungen sollen für Radfahrer sicherer werden. Der Senat will Radwege an Unfallschwerpunkten so verlegen, dass sie auf der Fahrbahn im Sichtbereich der Pkw-, Lkw- und Busfahrer münden. Das ist Teil der Radverkehrsstrategie, an der gearbeitet wird. Abbiegefehler von Auto- und auch Radfahrern führen immer wieder zu schweren Unfällen.

Aber nicht nur die Verkehrswegeplanung kann für mehr Sicherheit sorgen, sondern auch das Verhalten der Beteiligten selbst. So haben große Fahrzeuge wie Lkws oder Busse auch einen großen toten Winkel, in dem die Fahrer nicht sehen, wer dicht neben ihnen fährt.

„Besser hinsehen“ lautet die Devise aber auch für Radfahrer. 2013 kam es in Berlin zu knapp 7000 Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt waren. Bei mehr als der Hälfte waren sie statistisch gesehen die Verursacher, wobei hier laut ADFC Berlin auch Stürze mitgezählt werden und Unfälle, an denen kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt ist. Der Verband mahnt alle Verkehrsteilnehmer, an den Schulterblick zu denken. „Viele Auto- und Radfahrer sind unkonzentriert und schauen nicht richtig hin“, sagt Bernd Zanker. Der Experte für Verkehrssicherheit beobachtet mit Besorgnis, dass viele Leute gar nicht wissen, welche Regeln gelten, ob bei der Vorfahrt oder der Benutzung der Radwege. So komme es zu gefährlichen Situationen, weil Autofahrer Radler von der Straße jagen wollen, obwohl sie an vielen Stellen nicht verpflichtet sind, vorhandene Radwege zu nutzen. Dass der Senat die Radwege in Kreuzungsnähe verlegen möchte, wertet er positiv. „Aber es könnte zügiger vorangehen.“


Jana Tashina Wörrle / jtw
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