Berliner Mehrwegbecher: Politiker wollen den Coffee-to-go-Müll abschaffen

Berlin. Massenweise Kaffee in plastikbeschichteten Bechern verursacht jede Menge Müll. Berliner Abgeordnete haben nun einen Antrag für ein Mehrwegsystem gestellt.

Die Deutsche Umwelthilfe schätzt die bundesweite Zahl an Coffee-to-go-Bechern, die jedes Jahr verkauft und weggeworfen werden, auf fast drei Milliarden. In Berlin seien es täglich etwa 460.000, so entstehen jedes Jahr rund 2400 Tonnen Verpackungsmüll. Berliner Politiker möchten etwas dagegen tun und haben deshalb im Abgeordnetenhaus den Antrag gestellt, ein Mehrwegsystem für Kaffeebecher einzuführen, an dem sich die Kaffeeverkäufer beteiligen sollen.

Künftig sollen sie den Kaffee auch in von Kunden mitgebrachte Becher oder Tassen abfüllen und dann einen Rabatt gewähren. Langfristig sollte ein Berliner Kaffeebecher-Pfandsystem eingeführt werden. Zwar werden diese Möglichkeiten schon länger diskutiert, doch nun hat der Senat nach Aussagen des umweltpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz, gegenüber der Morgenpost einen konkreten Handlungsauftrag bekommen.

Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sieht Handlungsbedarf. "Den Kaffeepreis zu reduzieren, wenn ein mitgebrachtes Gefäß benutzt wird, ist sicherlich ein erfolgversprechender Weg, um auch den Kunden zu motivieren", sagt Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. In Bezug auf ein Pfandsystem müsse man sich jedoch fragen, ob tatsächlich mehr Umweltschutz erreicht wird, wenn bei Mehrwegsystemen Spülvorgänge und Transportwege hinzukommen.

Schneider weist zudem auf andere Müllprobleme hin, die im gleichen Zuge angegangen werden müssten: Kaffeekapseln aus Aluminium für den Kaffee zu Hause, Verpackungsmaterial beim Fast-Food-Restaurant oder auch Kassenbons aus beschichtetem Papier. jtw
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