Frischer Wind in den Wilmersdorfer Arcaden

Das Sneaker-Museum, das Oldschool-Stücke und Raritäten ausstellt, ist eine Hommage an den Laden Mad Flavour, der damals in der Nähe der Wilmersdorfer Arcaden zu finden war. (Foto: Million Motions, Berlin)

Charlottenburg. Die Wilmersdorfer Arcaden werden im kommenden Jahr konzeptionell neu ausgerichtet. „Strategischen Leerstand“ hat das Management genutzt, um unter dem Schlagwort „#Artcaden“ moderne Kunst ins Haus zu holen. Schick anzusehen, aber auch ein Fingerzeig darauf, wo die Reise hingehen soll: Es braucht frischen Wind.

Zehn Jahre gibt es das Center in der Wilmersdorfer Straße nun, in dieser Zeit hat sich der sehr zentral gelegene Nahversorger zur beliebten Anlaufstelle vor allem für Wilmersdorfer und Charlottenburger entwickelt. Bis zu 30 000 Menschen kaufen dort täglich in rund 100 Geschäften ein. Ein Selbstläufer ist aber auch diese Shoppingmeile nicht. „Die steigende Anzahl an Einkaufszentren in Berlin, vermehrte Firmeninsolvenzen und der wachsende Online-Handel haben zur Folge, dass bestehende Zentren mit Leerstand kämpfen und über eine kreative Neuausrichtung nachdenken müssen, um den Zeitgeist anzusprechen“, erklärt Centermanagerin Viola Molzen die Problematik. „Und für uns war es deshalb nach zehn Jahren an der Zeit, die Entwicklung der Umgebung sowie des Verhaltens der Kundschaft zu analysieren und uns neu zu positionieren.“

Mitte 2018 soll ein großer Umbau erfolgen. Zum einen soll das Angebot für den täglichen Bedarf erweitert werden. Das Untergeschoss der dreistöckigen Einkaufspassage soll vorwiegend dem Verkauf von Lebensmitteln gewidmet werden und „Markthallen-Feeling“ vermitteln, wie Viola Molzen sagt. Zum anderen erhält auch der erste Stock einen Charakter, der die Bewohner stärker an das Center binden soll: „Das geht in Richtung Community. Co-Working-Space soll entstehen, Menschen können in Cafés sitzen und allein oder zusammen arbeiten.“ Dazu setzen Molzen und ihr Team künftig vermehrt auf Design- und Marketingevents und bezüglich der Innenarchitektur soll Modernität einziehen. „Das ganze Center soll einfach frischer daherkommen“, kündigt die Managerin an.

Um Platz für passenden Einzelhandel vorzuhalten, wurden einige Pachtverträge nicht verlängert. Diesen „strategischen Leerstand“ überbrückt Molzen mit den „#Artcaden“, eine Kooperation mit der Berliner Streetart-Crew „Die Dixons“. In einem „Gallery-Space“ mit angrenzenden Ateliers können Besucher Kunstwerke bewundern, an Vernissagen teilnehmen und Künstlern direkt bei der Arbeit zuschauen. Kunden können in einem geschlossenen Würfel virtuelle Realität erleben, die knalligen Werke von Graffiti-Künstlern und die Exponate eines Sneaker-Museums bestaunen oder in eine Gletscherwelt eintauchen. Bis Ende dieses Jahres sorgen die Kunst- und Kulturkonzepte mitten im Center noch für das etwas andere Einkaufserlebnis in den Wilmersdorfer Arcaden. Und sie sind laut Molzen auch eine Vorschau auf das, was die Kunden nach dem Umbau erwartet: „Mehr Leben und immer wieder Überraschungen.“ maz
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