Noch mehr Abschreckung? Warnbilder auf Zigarettenpackungen sind umstritten

Berlin. Zigarettenpackungen sind seit einigen Monaten mit Bilder beklebt, die absichtlich schockieren sollen. Ob sie wirklich Menschen vom Rauchen abhalten, bleibt fraglich.

Schwarze Lungen, ausgefallene Zähne und einiges mehr sind seit Mai 2016 auf Zigarettenpackungen abgebildet. Die Fotos sollen abschrecken. Sie sind Pflicht für die Zigarettenhersteller. Ihre Wirkung bleibt allerdings fraglich. Denn die Zahl der Raucher sinkt ohnehin schon seit Jahren. Der Trend geht einem Spiegel-Bericht zufolge hin zu E-Zigaretten sowie vor allem bei Jüngeren zum Kiffen und Shisha-Konsum.

81 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK Gesundheit haben zudem angegeben, dass sie die Warnbilder nicht als derart abschreckend ansehen, als dass sie Raucher zum Aufhören motivieren könnten.

Was sie Experten zufolge allerdings könnten: Jugendliche und andere, die noch nicht mit dem Rauchen begonnen haben, davon abhalten. "Bei ihnen können die Warnbilder tatsächlich ein wirksames Instrument zur Suchtprävention sein“, sagte der Suchtexperte vom Universitätskrankenhaus Eppendorf, Rainer Thomasius, dem Spiegel. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sind die Bilder allerdings umstritten, da sie zum Teil sehr drastische Motive zeigen würden. „Unabhängig davon ist ihr Aufmerksamkeitswert aber hoch“, sagt eine Sprecherin der Bundeszentrale. Sie bezeichnet die Bilder als „zielführend“ für die Prävention. Ob sie noch abschreckender sein sollten, möchte die BzgA nicht kommentieren.

Wahrgenommen werden die Bilder aber offenbar. In Verbindung mit ihnen ist auf der Zigarettenschachtel auch die kostenfreie BZgA-Telefonnummer zur Raucherentwöhnung angegeben. Und bei dieser Hotline melden sich heute fast sechsmal mehr Menschen als noch vor einigen Monate. jtw
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Birgit P aus Hellersdorf | 01.03.2017 | 21:57  
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