Victoria-Haus bleibt wegen Personalmangel weiter geschlossen

Das Victoriahaus nach Abschluss der Sanierung im Februar 2017. (Foto: K. Schomaker, BGBM)
Berlin: Botanischer Garten Berlin |

Lichterfelde. Das Vicotria-Gewächshaus im Botanischen Garten sollte nach der Sanierung eigentlich schon längst wieder eröffnet sein. Ende Dezember sah es so aus, dass die Riesenseerxose Vicotoria schon bald wieder im neuen Domizil bestaunt hätte werden können. Doch jetzt macht die finanzielle und personelle Situation im Botanischen Garten einen Strich durch die Rechnung.

Mindestens 17 zusätzliche Gärtnerstellen fehlen, um einen Minimalbetrieb absichern zu können. Der Personalmangel sei auch der Grund, dass die Wiederbepflanzung des Victoriahauses nicht erfolgen kann, teilte Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens, mit. Dabei hätte das Budget von heute den gleichen Stand wie 1995. Inflations- und kaufkraftbedingt entspräche das jedoch 30 Prozent weniger im Vergleich zu 1995. Das heißt: drei Millionen Euro fehlen jedes Jahr im Etat. „Wir müssen seit Jahren mit zu wenig Geld und Personal wirtschaften. Die Einsparungen sind überall im Garten sichtbar“, sagt Borsch. Neben dem Viktoriahaus sind noch weitere Bereiche vom Personalmangel betroffen. Unter anderem wurde der Nutzpflanzengarten 2004 stillgelegt.

Inzwischen hat sich auch das Abgeordnetenhaus mit der finanziellen Situation des Botanischen Gartens und Botanischen Museums befasst. Die Abgeordneten Adrian Grasse und Christian Goiny, beide CDU, fragten in einer schriftlichen Anfrage nach, welche finanziellen Mittel der Einrichtung zur Verfügung stehen und wie der Senat den Botanischen Garten unterstützen will. 2017 erhält die Einrichtung mehr als achteinhalb Millionen Euro als Zuschuss. Dazu würden eigene Einnahmen in Höhe von 1, 8 Millionen Euro erwartet, davon 1, 3 Millionen Euro an Eintrittsgeldern. Hinzu kommen rund 560 000 Euro einmalige Unterstützungsmittel aus dem Globalhaushalt der FU. Insgesamt verfüge die Einrichtung für das Haushaltsjahr 2017 über ein Budget von über elf Millionen Euro. Dazu kommen Drittmittel in Höhe von durchschnittlich 1,7 Millionen Euro.

Steffen Krach, von der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung, sieht den Erhalt des Botanischen Gartens nicht gefährdet. Bis 2020 sollen zusätzlich rund 12,6 Millionen Euro aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung gestellt werden, um die touristische Infrastruktur im Botanischen Garten zu verbessern.

Die Antwort des Senats reicht den CDU-Abgeordneten nicht. Sie lasse mehr Fragen offen, als sie beantworte. Sie vermissten zum Beispiel eine Auskunft darüber, mit welchen Maßnahmen die Mängel im Botanischen Garten abtestellt werden sollen. KaR
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