Gefährdete Wildpflanzen finden in Botanischen Gärten Exil

Die Arnika (Arnica montana) hat im Botanischen Garten Exil gefunden haben. (Foto: N. Köster, BGBM)
Berlin: Botanischer Garten |

Lichterfelde. Vom Aussterben bedrohte Wildpflanzen in Deutschland stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Die Letzten ihrer Art – Gefährdete Wildpflanzen in Botanischen Gärten“. Gezeigt wird, warum diese Wildpflanzen schützenswert sind, welche Funktion sie im Ökosystem erfüllen und was Botanische Gärten gegen das Aussterben solcher Pflanzen tun.

Die Ausstellung erläutert den Sachstand, die Zusammenhänge und Gefahren des Artenverlustes und zeigt die konkreten Schutzmaßnahmen der Botanischen Gärten. An zentralen Standorten am Hauptweg in der Nähe des Wassergartens im Botanischen Garten und in der Galerie des Botanischen Museums werden „Die letzten ihrer Art“ thematisiert. Auch an vielen weiteren Punkten im Garten begegnen die Gartenbesucher im Ausstellungszeitraum gefährdeten Wildpflanzen. Sie sind mit einem speziellen „Steckbrief“ versehenen.

Unter den zahlreichen gefährdeten Pflanzenarten weltweit haben zum Beispiel Arnika und Breitblättriges Knabenkraut im Botanischen Garten in Lichterfelde ein Exil gefunden.

Immer mehr Wildpflanzenarten verschwinden auch in Deutschland, weil naturnahe Ökosysteme durch Agrarindustrie, Verkehr und Baumaßnahmen zerstört werden. 2014 waren 0,57 Prozent der Fläche der Bundesrepublik geschützt, aber die zehnfache Fläche alleine für den Anbau von Biomasse zur Biogaserzeugung genutzt.
Viele Pflanzenarten können nicht mehr in diesen vom Menschen geprägten Lebensräumen geschützt werden. Um sie erhalten zu können, müssen sie in Saatgutbanken oder speziellen Erhaltungskulturen bewahrt werden. Dies geschieht vielfach in Botanischen Gärten, die nicht nur den Zielen der Konvention zur Biologischen Vielfalt verpflichtet sind, sondern auch ihre Verantwortung wahrnehmen, mit ihrem Fachwissen und konkreten Maßnahmen zum Erhalt der Pflanzenvielfalt beizutragen.

Pflanzen sind für Mensch und Tier nicht nur die Grundlage jeglicher Ernährung, die Vielfalt gerade auch der Wildpflanzen sichert die Ökosysteme und deren „Dienstleistungen“. Ohne sie können Ökonomie und Zusammenleben auf diesem Planeten nicht funktionieren.

Die Ausstellung ist bis zum 30. August im Botanischen Garten und Museum Berlin zu sehen. Öffnungszeiten des Museums, Königin-Luise-Straße 6-8, täglich von 10 bis 18 Uhr und des Gartens an den Eingängen Königin-Luise-Platz und Unter den Eichen von 9 Uhr bis zur Dämmerung. Eintritt: sechs Euro, ermäßigt drei Euro.

KM
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