Große Landesloge öffnet ihren Tempel am Tag des offenen Denkmals

Der Eingang der Villa Heydenreich, Sitz der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. (Foto: Martin)
 
Elmar Popitz ist Landesgroßsekretär bei den Freimaurern. (Foto: Martin)

Dahlem. In Zehlendorf öffnen Kirchen, Museen, Häuser und Gärten ihre Türen zum Tag des offenen Denkmals am Sonnabend und Sonntag, 13. und 14. September. Allein in Zehlendorf sind 21 Baudenkmale zu entdecken. Ein besonders imposantes Gebäude befindet sich in der Peter-Lenné-Straße 1 in Dahlem: die Villa Heydenreich, 1914 bis 1916 im Stil ländlicher Schlossarchitektur errichtet.

Seit 1968 ist das Haus Sitz der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Wer schon immer wissen wollte, was es mit den Freimaurern auf sich hat, kann am Wochenende auf Erkundungstour gehen, denn dann ist das Haus ausnahmsweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Vorträge, Führungen und eine Ausstellung informieren über die Bruderschaft.

Besucher dürfen sich die Innenräume ansehen und sogar den Tempel betreten: ein Raum mit Altar und Altartuch, auf dem das dreieckigen Auge der Vorsehung zu sehen ist - Symbol der Wachsamkeit über die Menschen. An der Decke sind zahlreiche kleine Lämpchen installiert - so angeordnet wie die Sterne im Jahr der Logengründung 1770 am Himmel über Berlin standen.

In dieser Umgebung treffen sich die Freimaurer zu ihren Tempelarbeiten, so heißen die Zusammenkünfte. "Am Anfang und Ende stehen traditionelle Rituale, dazwischen sind unterschiedlichste Vorträge zu hören ", erläutert Elmar Popitz, Sekretär der Großen Landesloge, "es kann um Geschichte oder Philosophie gehen, aber auch um etwas ganz Alltägliches."

Alles nicht so mythisch, wie oft vermutet wird, wenn auch die Verschwiegenheit - neben Mäßigkeit, Vorsichtigkeit und Barmherzigkeit - zu den Freimaurer-Tugenden gehört. "Die Freimaurer haben in ganz Europa Kirchen gebaut und gaben sich mit bestimmten Handzeichen untereinander zu erkennen, so kamen keine Fremden auf die Baustellen und konnten die Bautechniken verraten. Das wirkte natürlich geheimnisvoll", erklärt Popitz.

"Wir sind keine Religionsgemeinschaft, und bei uns gibt es kein Heilsversprechen", betont er. "Freimaurer sind bestrebt, gute Menschen zu sein oder zu werden, sie helfen einander und anderen, diese Werte wollen sie vermitteln, es geht um humanistisches Gedankengut." Das Weltbild sei monotheistisch, durchaus christlich geprägt, ohne dass die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinde eine Rolle spiele oder zwingend sei. Es gebe auch Logen mit jüdischen und muslimischen Mitgliedern.

In Deutschland gibt es 15 000 Freimaurer in 101 Logen, in Berlin 3300 in zwölf Logen. Auch Freimaurerinnen gibt es inzwischen: 1982 wurde die Frauen-Großloge in Berlin gegründet, sie geht auf eine Loge zurück, die bereits 1949 ins Leben gerufen wurde.

Mehr Infos zu den Angeboten der anderen Baudenkmale in Berlin auf: http://asurl.de/w0v

Haus Heydenreich - Ordenshaus der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland Peter-Lenné-Str. 1, 14195 Berlin Verkehrsanbindung: U-Bhf. Podbielskiallee, Öffnungszeiten Sa und So, 13. und 14. September: 10-18 Uhr, Führung: Einblick hinter die Kulissen der seit 1770 bestehenden Bruderschaft um 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17 Uhr, Treffpunkt: Foyer; Vortrag: Baudenkmal Ordenshaus. Freimaurerei heute. 11.30, 13.30, 14.30, 16.30 Uhr, Ort: Preußen-Zimmer; Ausstellung: Die Entwicklung der Freimaurerei. Ort: Gartensaal

Ulrike Martin / uma
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