Anwohner empört: Investor zerstört Dahlemer Baustil

Das alte Paulinum-Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird vom Investor saniert. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Trotz Bedenken an Details befürwortet Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) den baldigen Baubeginn auf dem Gelände des Dahlemer Paulinums. Anwohner lehnen dagegen die Flachdächer und die Ausnutzung der Flächen ab.

Der Unmut machte sich kürzlich auf einer Bürgerversammlung Luft. Eingeladen dazu hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann. Mehr als 80 Nachbarn kritisierten auf der Veranstaltung die zu hohe Bebauung. Sie zerstöre den "Dahlemer Baucharakter." Dabei standen Fassaden und Flachdächer des Bauvorhabens im Brennpunkt der Kritik. Wellmann selbst sprach von der "Verschandelung Dahlems seit Kriegsende." Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) stößt sich dagegen nur an der bisher vorgesehenen Geschosszahl. Er möchte lediglich kleinere Verbesserungen an den Bauplänen erreicchen. "Wir wollen dem Investor aufgeben, es bei drei Geschossen zu belassen", erklärte Norbert Schmidt gegenüber der Berliner Woche.

Ab 2014 sollen auf dem Gelände der früheren Evangelischen Fachhochschule 63 Wohneinheiten und 70 Tiefgaragenplätze entstehen. Das Areal befindet sich zwischen Altensteinstraße und Ehrenbergstraße, Reichensteiner Weg und Wichernstraße. Nach den Plänen des Investors D&H sollen zwei leerstehende Häuser sowie ein größerer Zweckbau an der Altensteinstraße den Neubauten weichen. Zwei bestehende Altbauten sollen saniert sowie weitere Neubauvillen und eine Tiefgarage errichtet werden. Dabei soll Wohnraum von 50 bis zu 200 Quadratmetern bei Quadratmeterpreisen um 4500 Euro angeboten werden. Das alte Paulinum-Gebäude am Reichensteiner Weg steht unter Denkmalschutz und soll als Apartmenthaus modernisiert werden.

Sobald die Baupläne korrigiert seien, erklärt Schmidt, werde es noch einmal eine Bürgerversammlung geben. Dann sei aber Schluss und der Bau solle beginnen. "Wir brauchen Wohnraum und es ist gut, wenn dort Wohnungen entstehen", so Schmidt. Kein Verständnis zeigt der Bezirkspolitiker für Anwohner, die Sorge um ihren angestammten Parkplatz auf der Straße haben.

Mehr Informationen gibt es im Internet auf http://asurl.de/5cw.

Martinus Schmidt / mst
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