Bezirk will verhindern, dass in Dahlem nur Lager übrig bleiben

Dahlem. Die Museen in Dahlem sollen bis 2019 in das wiedererrichtete Schloss verlegt werden. Der Bezirk befürchtet, dass dann das Universitätsviertel verwaisen wird. Nicht nur in der BVV regt sich Widerstand.

Die Grünen-Fraktion in der BVV will, dass der Bezirk mit der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin verhandelt, um eine "Nachnutzung dieser Räumlichkeiten lediglich als Lagerstätten" zu verhindern. Genau das könnte passieren, wenn die Sammlungen des Ethnologischen Museums, des Museums für Asiatische Kunst und desjenigen Europäischer Kulturen einem Senatsbeschluss zufolge von der Lansstraße ins Humboldt-Forum ziehen. Die Leiterin des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen, Viola König, weist auf die Vorzüge eines Umzugs hin: "Wir müssen mit unseren Mitteln so viele Menschen wie möglich erreichen. Und in Dahlem klappt das eben nicht."Politiker als auch Beschäftigte und Besucher des Museums an der Lansstraße sehen den Standort Dahlem dann aber abgehängt. "Sehr, sehr schade", findet Maurice Breier, 24-jähriger Psychologie-Student, die Schließung der Museen in Dahlem. Ein 65-jähriger Museumsbesucher, der sich als Experte zu erkennen gibt, findet es "nicht vertretbar. Ich sträube mich in jeder Hinsicht gegen die Idee der Verlagerung." Allerdings sieht er kaum noch Chancen für einen Verbleib. Er verweist auf das seiner Ansicht reparaturbedürftige Dach und die Tatsache, dass die Museumsleiterin Viola König als Umzugsspezialistin aus Bremen nach Berlin gelockt worden sei. Gegen die Abwanderung ist auch Ingrid Müller. "Vom Umzug halte ich nichts", sagt die 64-Jährige. "In Mitte stauen sich die Kultureinrichtungen. Für diese Gegend wäre es ein Verlust", so die Lehrerin. André Santer findet es jedoch gut, dass die Sammlungen im Stadtschloss vereint werden sollen.

Erich Nixel, Kontrolleur am Einlass der Staatlichen Museen, befürchtet vor allem negative Folgen für den Museumsstandort Dahlem. "Wenn die Kultur hier auszieht, wertet dies die Außenbezirke ab", sagt der 61-Jährige. Eine Hoffnung bleibt Nixel. "Vielleicht zieht sich der Bau des Schlosses so lange hin wie der Flughafen, dann werde ich vorher im Ruhestand sein."


Martinus Schmidt / mst
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