Dahlemer Residenz hat die besten Ärzte gleich nebenan

Die Investoren Peter Wulff, Stephan Allner, und Jürgen Kahl versprechen, dass weiterhin viel Grün das Gelände charakterisieren werden. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Nach zehn Jahren Dornröschenschlaf soll das Gelände des früheren Krankenhauses Oskar-Helene-Heim in den kommenden zwei Jahren zu einer Siedlung für Hunderte von Menschen mit anliegender Gesundheitsversorgung umgestaltet werden.

Noch liegt eine gespenstische Ruhe auf dem Riesen-Anwesen in Dahlem, auf dem bis vor zehn Jahren ein Klinikzentrum für Orthopädie arbeitete. Die erst 1996 errichteten Bauten auf dem elf Hektar großen Dreieck zwischen Clay-, Argentinischer Allee und der Waltraudstraße dienen seit der Schließung als Filmkulisse für Krankenhausszenen. Damit soll nun Schluss sein. Die neuen Herren des 1914 geschaffenen Klinikareals stellten am Freitag, 22. November, ihre Baupläne vor. Zwei Berliner Projektentwicklungsunternehmen haben die 77000 Quadratmeter Bauland geteilt und wollen bald mit den Arbeiten auf zwei gleich großen Grundstücken beginnen. Die Wohnkompanie GmbH errichtet unter dem Namen "Oskar-Helene-Park" auf dem südlichen Bauteil mehrgeschossige Häuser mit 100 Wohneinheiten. Auf dem nordöstlichen Gelände baut ein Konsortium aus OHA Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG und Blue Health GmbH einen Gesundheits- und und Sportmedizin-Standort.

Die zumindest teilweise gesundheitliche Nutzung ist eine Auflage des Bezirks für die Entwicklung des Geländes. Für Baustadtrat Norbert Schmidt ist das Oskar-Helen-Heim damit "aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht." Er versprach ein "zügiges Genehmigungsverfahren" und begrüßte bei der Vorstellung "die sehr ambitionierte Bebauung" der Kreuzung Clay- Argentinische Allee: "Der Bezirk hat großes Interesse an der Entwicklung des Gebiets. Von den alten Häusern bleibt nur die Direktoren-Villa und das von 44 Menschen bewohnte Schwesternwohnheim. Alles andere wird abgerissen.

Die OHA nutzt nach Worten ihres Geschäftsführers und Architekten Jürgen Kahl den "Baumbestand als Qualitätsmerkmal." Auf dem Grundstück mit seinen sieben Gebäuden der Präventions- und Sportmedizin will Kahl auf Klimaanlagen verzichten und den Verbrauch nach der Energieparnorm für Bauten EnEV2012 minimieren. Die 1200 Bäume sollen nach seinen Worten unangetastet bleiben. Peter Wulff von Blue Health sieht in seinem Vorhaben ein "innovatives und integratives Gesundheitskonzept." Danach sollen in fünf Häusern Diabetes- und Psychotherapiepraxen entstehen, ein Haus für Sportmedizin und Leistungssportbegleitung, ein orthopädisches und Tumor-Zentrum sowie eine Privatklinik und eine Kita.

Die Wohnkompanie will nach Angaben von Geschäftsführer Stephan Allner unter dem Namen "Oskar-Helene-Park" auf ihrem 38 500 Quadratmeter großen Teil Doppelhäuser mit eigenem Garten errichten, entlang der Clayallee Reihenhäuser mit privaten Orangerien sowie im Innern des Baugrundstücks Mehrfamilienhäuser mit Terrassen-Wohnungen und Tiefgarage. Die Quadratmeterpreise sollen zwischen 3800 und 4500 Euro variieren. Insgesamt sollen am neuen OHH bis Juli 2014 125 Millionen Euro verbaut werden. Baubeginn soll bereits in zwei Monaten sein. Damit hätte Steglitz-Zehlendorf dann keine freie Fläche mehr zum Bauen, so Schmidt.


Martinus Schmidt / mst
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