Eigentümer muss "Villa Borbone" nicht wieder aufbauen

Ein offenes Gartentor verführt Kinder geradezu, das Ruinengrundstück als Abenteuerspielplatz zu benutzen. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. 16 Monate nach der Zerstörung ist das Restaurant "Villa Borbone" in der Königin-Luise-Straße 87 zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Nach Prüfung der Kosten besteht der Bezirk nicht auf den Wiederaufbau.

Die frühere Pizzeria Villa Borbone gegenüber dem Arndt-Gymnasium wurde bei einem Brand am 28. Januar 2012 weitgehend zerstört. Seither steht das Haus leer und verfällt. Versuche, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wieder aufzubauen, hat es offenbar nie gegeben. Stattdessen wurde "immer mehr abgeräumt", wie Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) der Berliner Woche sagte. Das Haus wurde nach seinen Angaben inzwischen mehrmals verkauft. Das 1911 errichtete Gebäude war ein so genanntes Wolgaster Holzfertighaus, das 1925 noch einmal erweitert wurde. Der Eigentümer müsste das Haus nach dem Muster von 1925 wieder aufbauen, um den Vorschriften des Denkmalschutzes Genüge zu tun. Andernfalls drohte ein Zwangsgeld von 450 000 Euro. Nun hat das Bezirksamt, wie Schmidt mitteilte, auf die Zwangsmaßnahme verzichtet. Begründung: Eigentlich sei von dem Haus nichts mehr da. Die Verpflichtung zum Wiederaufbau wäre wirtschaftlich nicht vertretbar. Mit anderen Worten: Der denkmalgerechte Wiederaufbau wäre für den derzeitigen Eigentümer zu teuer. Allerdings sei, so Schmidt, der Besitzer dennoch verpflichtet, das Grundstück so zu schützen, dass es sicher sei.


Martinus Schmidt / mst
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