Truman Plaza: Politiker ärgern sich über Aluminiumgrau

Grau statt Sandsteinfarben: Der fast fertige dunkle Klotz verärgert Bezirkspolitiker. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Der fast fertige Bau auf der früheren Truman Plaza hat Bezirkspolitiker auf den Plan gerufen. Entgegen den Vereinbarungen ist die Fassade nicht beige, sondern grau geraten. Den Farbton jetzt noch zu ändern wäre laut Bauherr zu teuer.

Torsten Hippe ist wütend auf Ludwig Maximilian Stoffel. "Sauer ist untertrieben", sagt der CDU-Fraktionschef. Von dem Investor auf der früheren Truman Plaza fühlt er sich "betrogen - im politischen Sinne." Erst vor wenigen Wochen war Hippe auf der Baustelle des beinahe fertiggestellten "Fünf Morgen Dahlem Urban Village" an der Ecke Clay- und Argentinische Allee. Statt der im städtebaulichen Vertrag vorgesehenen Farbe "Beige-Elfenbein" ist die Fassade des wuchtigen Baus aluminiumgrau geraten."Das entspricht nicht den Vereinbarungen, die im städtebaulichen Vertrag mit Stoffel getroffen wurden, empört sich der CDU-Politiker. Bei der Planung des Gebäudes 2011 habe der Stadtplanungsausschuss sich gegen "rotbraune oder Grautöne" ausgesprochen. Eine angestrebte schriftliche Fixierung habe der Stadtentwicklungssenator herausgestrichen, weil er sie aus städtebaulicher Sicht nicht für notwendig hielt. Erst vor sechs Wochen entdeckte Hippe jetzt, dass die Stofanel Investment AG sich nicht an den Vertrag gehalten hat.

Denn statt des vereinbarten Farbtons zwischen Sandstein und beige sind die hohen Kästen grau. "Ich hätte es nie so durchlaufen lassen", sagt Hippe. Die Formulierung im städtebaulichen Vertrag sei "wachsweich." Obgleich Stofanel die Farbe der Fassade als "ivory" (Elfenbein) angebe, wirke es wie Aluminium.

Laut Hippe hat es einen Ortstermin mit dem Stadtplanungsausschuss und dem Investor gegeben. Dabei habe Stoffel erklärt, dass eine Änderung der Fassade eine Million Euro kosten würde.

"Stoffels Verhalten hat nichts vom Gebaren eines ehrbaren Kaufmanns. Ich hätte mich niemals für das Projekt eingesetzt, wenn ich das gewusst hätte", erklärt der CDU-Fraktionschef und Rechtsanwalt. Auch Bürgermeister Norbert Kopp findet es "ärgerlich, dass Stoffel sich nicht an Absprachen hält." Die Endabnahme stehe noch aus. "Beim Brandschutz haben wir noch offene Punkte", so der CDU-Politiker.


Martinus Schmidt / mst
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