Jugendeinrichtung soll dauerhaft gesichert werden

Christiane Zander (r.) im Gespräch mit Bürgern und Politikern. (Foto: Martin)

Dahlem. Die nächste Runde im Streit um die inzwischen republikweit bekannten Lärmschutzwände an der Clayallee ist eingeläutet. Nach wie vor wollen Anwohner, dass die Wände verschwinden, es geht aber auch um darum, das benachbarte Jugendfreizeitheim (JFH) rechtlich wasserdicht abzusichern.

Am 7. August hatte Christiane Zander, Mitbegründerin des Aktionsbündnisses "Gegen Lärmschutzwände in Dahlem", zum Gespräch gebeten. Einige interessierte Bürger sowie Bezirkspolitiker folgten der Einladung. "Wir haben festgestellt, dass weder das JFH in der Marshallstraße 3 noch dessen Spiel- und Sportanlagen tatsächlich rechtlich abgesichert sind, deshalb wollen wir einen Einwohnerantrag stellen", erklärte Zander.

Zum Hintergrund: Das Bezirksamt hatte den Investor Stofanel, der an der Clayallee die Wohnanlage "Fünf Morgen Dahlem Urban Village" errichtet, zum Bau von drei fünf Meter hohen Lärmschutzwänden verpflichtet, um potenziellen Klagen der künftigen Bewohner zuvorzukommen. Laut Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) hätte der im städtebaulichen Vertrag zwischen Bezirk und Bauherr vereinbarte Klageverzicht nicht ausgereicht, um Skaterbahn und Bolzplatz des JFH, einer bezirklichen Einrichtung, dauerhaft zu sichern.

Wie sich jetzt herausstellte, ist für das 1999 eröffnete JFH in der Marshallstraße 3 damals kein Bebauungsplan aufgestellt worden, deshalb könnten trotz Lärmschutz Klagen zum Abbau der Anlagen führen. "Das wollen wir ändern", sagte Christiane Zander. Das Aktionsbündnis wünscht sich entweder einen eigenen Bebauungsplan für das JFH oder die Aufnahme der Einrichtung in den Bebauungsplan der neuen Wohnanlage, der noch nicht abgeschlossen ist.

Ursprünglich wollte das Bündnis die Entfernung der Wände und die Sicherung des JFH per Bebauungsplan in einem gemeinsamen Einwohnerantrag fordern. Im Verlauf des Gesprächs zeigten sich aber Zweifel: "Den Auftrag zu teilen, einmal gegen die Wände, einmal für die Aufnahme des Jugendfreizeitheims in einen Bebauungsplan, halte ich für sinnvoller", so der Rat von Maren Schellenberg (B‘90/Grüne). Das bestätigte Jugendstadträtin Markl-Vieto (B‘90/Grüne), die allerdings auch bemerkte: "Einen Antrag zur Entfernung der Wände halte ich für Quatsch." Immerhin wurde von allen Beteiligten erneute Gesprächsbereitschaft signalisiert. Jetzt braucht das Bündnis 1000 Unterschriften für den Einwohnerantrag. Christiane Zander ist optimistisch: "Das schaffen wir in vier bis fünf Wochen." Dass die Lärmschutzwände abgebaut werden könnten, hält sie inzwischen nicht mehr für sehr wahrscheinlich, die Sicherung der Jugendeinrichtung aber liegt ihr und ihren Mitstreitern am Herzen.


Ulrike Martin / uma
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