Wildschweine hinterlassen Spur der Zerstörung

Dahlem. Wenn es dämmert in Dahlem, kommen die Wildschweine und machen sich auf Futtersuche. Kürzlich waren sie im Thielpark, am Dreipfuhl und im Fischtal unterwegs und pflügten sich durchs Gelände - die Optik ist entsprechend.

"Ganz schlimm sieht es aus, vor allem zwischen Gelfertstraße und Im Schwarzen Grund", informierte ein Leser die Redaktion. Was denn von Seiten des Grünflächenamtes unternommen werde. "Es ist schon vorgekommen, dass wochenlang nichts gemacht wurde." Olaf Kurtz vom Grünflächenamt kennt die Problematik. "Wir hatten ein paar Jahre Ruhe, aber der Winter war so mild, dass die Wildschwein-Population im Grunewald stark zugenommen hat." Dann kommen die Rotten auf der Suche nach Wurzeln, Würmern, Pilzen und anderen Leckereien auch in die Parks. Schätzungen zufolge gibt es in Berlin bis zu 10 000 Wildschweine, rund 4000 mehr als vor acht bis zehn Jahren.

Entdeckt werden die Schäden im Rahmen der Arbeit des Grünflächenamtes, oft auch durch Hinweise von Bürgern. Eine Glättung der Wiesen und die Neuaussaat ist allerdings erst möglich, wenn keine neuen Wühlattacken mehr stattfinden - also werden die Stadtjäger beauftragt.

Sieben Stadtjäger gibt es im Berliner Südwesten. Sie arbeiten ehrenamtlich, haben die vorgeschriebenen Prüfungen absolviert und sind der Forstverwaltung unterstellt. "Sie bewerben sich bei uns, wir nehmen sie dann ein Jahr unter Vertrag", erläutert Kurtz. Die Jäger gehen nachts auf die Pirsch - unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften.

Das Erlegen der Schwarzkittel ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Aber selbst der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bezeichnet die Jagd "als einziges gangbares Regulativ", besonders als "Schwerpunktbejagung in Bereichen, in denen Schäden gehäuft vorkommen". Denn die Schweine merken sich, wo es ihnen geschmeckt hat und kommen wieder.

Ansonsten gilt: Füttern streng verboten! Was nicht immer leicht fällt, vor allem wenn niedliche Frischlinge unterwegs sind. Wer dabei erwischt wird, muss laut Landesjagdgesetz mit bis zu 5000 Euro Bußgeld rechnen. Und wer seinen Garten vor Überfällen der hungrigen Borstentiere schützen will, braucht einen 1,50 Meter hohen Zaun, 40 Zentimeter tief eingegraben.


Ulrike Martin / uma
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