"Thielplatz" wird in "Freie Universität Berlin" umbenannt

Ende des Jahres soll hier „Freie Universität Berlin“ zu lesen sein. (Foto: Ulrike Martin)
Berlin: U-Bahnhof Thielplatz |

Dahlem. Der U-Bahnhof Thielplatz wird umbenannt. Ab Mitte Dezember tönt es dann aus den Lautsprechern: „Nächste Station Freie Universität Berlin“.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung haben sich nach jahrelangen Debatten jetzt geeinigt. Die Umbenennung soll voraussichtlich zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember in Kraft treten.

Die BVG hatte bis zuletzt aus Kostengründen einen neuen Namen abgelehnt. Neben neuen Schildern auf dem Bahnsteig, müssen Liniennetzpläne und Lautsprecheransagen und die Software geändert werden. Die Kosten sollen nun gesenkt werden, indem zeitgleich eine weitere Umbenennung erfolgt: Der Bahnhof Neue Grottkauer Straße der U5 in Marzahn-Hellersdorf wird künftig Kienberg - Gärten der Welt“ heißen. Der Bahnhof ist die Station zur Internationalen Gartenschau 2017.

Eine Frage ist noch nicht geklärt: Der Schriftzug „Thielplatz“ über dem Eingangsgebäude zum U-Bahnhof passt genau, eine längere Beschriftung eher nicht. Bau und Schriftzug stehen seit 1913 unter Denkmalschutz. „Wir wissen noch nicht, wie die optische Gestaltung aussehen soll“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz auf Nachfrage.

Für die FU ist die Umbenennung eine gute Entscheidung. „Wir freuen uns darüber“, sagt Sprecher Goran Krstin gegenüber der Berliner Woche. Die Umbenennung hatte die FU erstmals Anfang 2008 ins Gespräch gebracht – nach ihrem Aufstieg zur Exzellenz-Universität. Der U-Bahnhof bilde eine zentrale Zulaufstation. Er erschließe den Henry-Ford-Bau als zentrales Hörsaalgebäude, die Universitätsbibliothek und weitere stark frequentierte Institute. Die Bezeichnung „Thielplatz“ werde die Orientierung verbessern sowohl für Gäste aus dem In- und Ausland auch als für Studierende und Wissenschaftler.

Zuletzt im März 2015 griff FU-Präsident Peter-André Alt das Thema wieder auf: „Die Freie Universität gehört zu den vier besten in Deutschland, das sollten wir zeigen.“ Auch Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) betonte, die FU sollte als herausragende Institution auf den BVG-Fahrplänen zu lesen sein. Zustimmung und Ablehnung unter den Bürgern hielten sich auf der Veranstaltung die Waage. Die Kosten wurden auf rund 300 000 Euro geschätzt. FU-Präsident sprach davon, sie bei Ehemaligen, Förderern und Spendern einzuwerben.

Einen Thielplatz gibt es übrigens nicht. Die U-Bahnstation ist nach Hugo Thiel (1839-1918), einem preußischen Ministerialdirektor benannt, der sich für die Nutzung des südöstlichen Areal Dahlem als Wissenschaftsort eingesetzt hatte. Auch nach einer Umbenennung bleibt die Erinnerung an ihn erhalten: in den Namen „Thielallee“ und „Thielpark“. uma
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