Platzmangel in Oberschulen – Senatsverwaltung lehnt Erweiterungspläne ab

Das Barnim-Gymnasium hofft in naher Zukunft auf eine Erweiterung. (Foto: Wrobel)
Berlin: Barnim Gymnasium |

Lichtenberg. Lichtenbergs Bevölkerung wächst, und immer mehr Kinder drängen in die Grundschulen. Aber auch in weiterführenden Schulen wird es in naher Zukunft eng. Das Bezirksamt plant deshalb Erweiterungsbauten. Doch da macht die Senatsbildungsverwaltung einen Strich durch die Rechnung.

Der Platzmangel an den Oberschulen ist absehbar – da sind sich alle einig. Einen spürbaren Andrang prognostiziert die Senatsbildungsverwaltung spätestens für die Jahre 2022/2023. Das geht aus einer Vorlage ans Abgeordnetenhaus hervor. Diese Berechnung hat das Bezirksamt Lichtenberg als Grundlage für seine Schulentwicklungsplanung genommen – und deshalb sogenannte modulare Erweiterungsbauten an etlichen Standorten vorgesehen.

Darunter befindet sich das Barnim-Gymnasium, das eine benachbarte Fläche in der Ahrensfelder Chaussee nutzen könnte. "Wir platzen schon jetzt aus allen Nähten, die Schülerzahlen steigen", bestätigt Schulleiter Detlef Schmidt-Ihnen. Das Gymnasium zählt rund 1100 Schüler und ist in Sachen Inklusion – also dem Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten – eine Vorzeige-Einrichtung.

An drei anderen Oberschulen hat der Bezirk ebenfalls Neubauten vorgesehen: an der Fritz-Reuter-Schule in der Klützer Straße 24, der Paul-Schmidt-Schule am Malchower Weg 54 und der Schule am Grünen Grund in der Herzbergstraße 70.
Doch die Senatsbildungsverwaltung hat den Bezirk ausgebremst. Am 1. Juli informierte Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD) den Hauptausschuss in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), dass die gewünschten Erweiterungen von der Senatsverwaltung nicht genehmigt würden.

Einer der Gründe für die Ablehnung sei, so die Stadträtin, dass Oberschüler kein verbrieftes Recht auf einen wohnortnahen Schulplatz hätten. Sie könnten auf andere Bezirke ausweichen, denn hier gebe es auch in Zukunft noch Platz.
Beurich zeigte sich überrascht von der Entscheidung der Senatsverwaltung: "Die Ablehnung der Schulstandorterweiterungen konnten wir nicht vorhersehen. Ich kann noch keine Lösung präsentieren", sagte sie gegenüber den Ausschussmitgliedern.
Auch für die Schulen ist die Entscheidung nicht nachzuvollziehen: "Rein formal ist es richtig, dass Lichtenberger Schüler auch ein Gymnasium in Spandau besuchen können. Praktisch ist es allerdings nicht. Ich halte es nicht für zumutbar", sagt Schulleiter Detlef Schmidt-Ihnen. KW
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