Tierheim-Café bietet künftig nur noch vegetarische Speisen an

Berlin: Tierheim Berlin |

Falkenberg. Künftig soll es im Tierheim nur noch fleischlose Kost geben – für die zweibeinigen Besucher, versteht sich. Am 18. Dezember wird im Café des Tierheims zum letzten Mal Bulette angeboten. Damit endet eine lange Auseinandersetzung.

"Wir wollen weder bekehren, noch missionieren", sagt die Tierheim-Sprecherin Annette Rost, die nach eigenem Bekunden selbst ab und zu Fleisch isst. Und natürlich werde im Rahmen der artgerechten Tierhaltung auch weiterhin Fleisch an die Tiere verfüttert. "Aber es gibt bei uns im Tierheim eben auch eine paradoxe Situation: Wir halten auf dem Tierschutzbauernhof gerettete Nutztiere wie Schweine, Schafe und Ziegen. Und bieten den Besuchern nebenbei deren gegrillte Artgenossen auf dem Teller an."

Seit 2015 gibt es im Tierheim bereits die Überlegung, ausnahmslos fleischlose Küche im Tierheim-Café anzubieten. Hier können Besucher einen kleinen Happen zu sich zu nehmen, nachdem sie sich nach einem neuen Haustier umgesehen haben. "Wir haben zuletzt zwar 26 vegetarische und vegane Speisen angeboten, aber den größten Teil unseres Umsatzes machten eben die Gerichte mit Fleisch", sagt Lars Potschka, der bislang durchaus zu fleischlosen Zugeständnissen auf der Karte bereit war. Seit 2010 ist er der Betreiber des Cafés.

Am 18. Dezember muss er den Betrieb nun einstellen. Der Tierschutzverein habe ihm eine Änderungskündigung vorgelegt. Der Verein möchte ausnahmslos fleischlose Angebote im Café.

Neuer Pächter gesucht

"Natürlich verstehe ich den ethischen Hintergrund der Entscheidung", sagt Lars Potschka. An ihn sei aber kein Gast herangetreten, der sich an dem Fleisch-Angebot auf der Karte gestoßen hätte. Die Gäste hatten immer die Wahl. Eine fleischlose Karte vorzuschreiben, halte er als Gastronom für nicht zielführend. Er müsse wirtschaftlich denken. Gerade im Winter ist der Besucherandrang gering, die 40 Sitzplätze im Innenbereich kaum ausgelastet. "Und bisher reichten die Umsätze gerade aus, um zu überleben", sagt Potschka. Er habe sich seit Sommer dieses Jahres deshalb mit einem Restaurant an der Konrad-Wolf-Straße ein zweites Standbein aufgebaut. Angeboten wird deutsche Küche – "und natürlich vegetarische Kost".

Der Tierschutzverein für Berlin sucht derweil noch nach einem neuen Café-Pächter. Annette Rost: "Gerne mit vegetarischer und veganer Expertise." KW
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1 Kommentar
Ralf Drescher aus Köpenick | 25.11.2016 | 23:54  
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