Vonovia wächst auch in Spandau

Vonovia übernimmt die österreichische Immobiliengesellschaft Conwert und erwirbt damit auch weitere Wohnungen in Spandau

Durch den Zusammenschluss von Vonovia und conwert entsteht ein Unternehmen mit rund 355.000 Wohnungen. Die ca. 24.500 Wohnungen von conwert liegen vor allem in Berlin, Potsdam, Leipzig, Dresden und Wien. Die in Berlin liegenden Objekte mit insgesamt 4.389 Wohnungen sind auf alle Bezirke verteilt. In Spandau geht es um folgende Objekte:

- Stadtrandstraße 476-490 (ger.)
- Am Kiesteich 41-45
- Am Kiesteich 47-59 (ung.)
- Am Kiesteich 52, 54
- Am Kiesteich 61-63
- Falkenseer Chaussee 199
- Hamburger Str. 22, 24
- Hamburger Str. 4, 6B
- Hamburger Str. 18-18F
- Alfons-Loewe-Str. 1, 1A
- Alfons-Loewe-Straße 3
- Havelstraße 18 / Reformationsplatz 9

Vonovia-Chef Rolf Buch kommentierte den Deal wie folgt: „Die Übernahme wird für die Aktionäre und Mieter beider Unternehmen Vorteile bringen“.

Der Kommentar des AMV:

„Wieder entgehen dem Fiskus Einnahmen in Millionenhöhe. Es ist ein Unding, dass Immobilienunternehmen durch Ankäufe in Form von Share Deals beim Immobilienerwerb keine Steuern zahlen müssen, während Otto Normalverbraucher, die sich ihren Lebenstraum vom eigenen Haus erfüllen möchten, vor dem Problem stehen, wie sie die Grunderwerbsteuer zahlen sollen", sagte der 1. Vorsitzende des AMV - Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V., RA Uwe Piper. „Das ist eine Schande, unsozial und schreiend ungerecht", ereiferte sich Piper. „Die Befreiung von der Grunderwerbssteuer bei der anteiligen Übernahme von Unternehmen bis zu 95 Prozent muss unverzüglich abgeschafft werden", fordert Piper. „Anstelle einer Steuerbefreiung sollte das Gegenteil gesetzlich eingeführt werden: Wir fordern die Einführung einer Antispekulationssteuer („Heuschreckensteuer")", sagte Piper. „Viele Großsiedlungen in Berlin sind unter Instandhaltungsgesichtspunkten in keinem guten Zustand und bieten sich als Spekulationsobjekte für Immobilienunternehmen an, denen es ausschließlich um Gewinnabschöpfung und nicht um Werterhaltung geht, so dass Handlungsbedarf im Interesse der Mieterinnen und Mieter besteht," argumentiert Piper. „Eine Antispekulationssteuer würde helfen, das Monopoly auf dem Berliner Immobilienmarkt uninteressant zu machen, die Preisdynamik zu verlangsamen und somit die Mieterinnen und Mieter zu schützen," meint Piper. „Bei einer Abschaffung der Steuerbegünstigung für Übernahmen durch Share Deals und der gleichzeitigen Einführung einer Antispekulationssteuer käme es zu beträchtlichen Mehreinnahmen bei der Grunderwerbsteuer. Aufgrund dieser so entstehenden Mehreinnahmen könnte sodann der Steuersatz für Otto Normalverbraucher massiv abgesenkt werden mit der Folge, dass mehr Verbraucher sich Immobilieneigentum zulegen, Vermögen bilden und etwas für ihre Altersvorsorge tun könnten", meint Piper.

„Durch Übernahmen profitieren ausschließlich die Aktionäre, nicht aber die Mieterinnen und Mieter. Diese haben keine Vorteile, im Gegenteil", kommentiert Piper. „Nach unserer Erfahrung steigen nach Übernahmen die Mieten, die Instandhaltungsrücklagen werden gekürzt und der Service verschlechert sich", konkretisiert Piper.
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