Verzweiflungstat: Großeinsatz an der Siegener Straße

Der Blumenladen ist nach der Zwangsräumung mit Blumen übersät. (Foto: Ulrike Kiefert)

Falkenhagener Feld. Polizei und Feuerwehr waren am 17. Oktober im Großeinsatz. Ein Blumenhändler drohte sich vom Dach eines Wohnhauses an der Siegener Straße zu stürzen. Sein Geschäft war kurz zuvor zwangsgeräumt worden.

In den Morgenstunden sollte Tahir Ali Mahmood seinen Laden "Ali Baba’s Blumen" an der Siegener Straße Ecke Falkenseer Chaussee einer Gerichtsvollzieherin übergeben. Nach der Schlüsselübergabe kam es dann zu einer Verzweiflungstat. Der Blumenhändler kletterte gegen 9 Uhr auf das Flachdach des gegenüberliegenden Vierstöckers an der Siegener Straße 62 und drohte sich vom Dach zu stürzen. Vor ihm an der Dachkante stand ein großer weißer Behälter mit einer Flüssigkeit. Vom Behälter führte eine Leine, die er sich um den Hals gewickelt und mit der Dachkante verbunden hatte. Die Polizei befürchtete, dass der Mann sich entweder strangulieren wollte, indem er den Behälter vom Dach stößt, oder springen könnte. Mehr als 60 Polizisten des Polizeiabschnitts 22 und ein Team des Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren vor Ort. Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten vorsichtshalber ein Sprungkissen aufgebaut. Verhandlungsführer versuchten den Blumenhändler über Stunden zur Aufgabe zu bewegen. Gegen 13 Uhr gelang es der Polizei schließlich, den verzweifelten Mann zu überwältigen. Er soll kurz zuvor einen Kreislauf-Kollaps erlitten haben. Sanitäter versorgten ihn auf dem Dach und brachten ihn ins Krankenhaus. Unten waren auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt zahlreiche Sympathisanten, Unterstützer vom "Bündnis gegen Zwangsräumung" und Schaulustige versammelt. Seinen Blumenladen hatte Tahir Ali Mahmood vor 20 Jahren in dem Anbau zu einem Supermarkt eröffnet. Im Mai 2014 wurde ihm dann das Mietverhältnis mit dem Supermarkt gekündigt. Die Besitzerin wollte den Backwarenbereich erweitern. Dem Blumenhändler sollen alternative Plätze angeboten worden sein. Die Kosten für Umzug und Neubau solle er sich nicht haben leisten können. Anwohner haben mehr als 1600 Unterschriften für Tahir Ali Mahmood gesammelt haben.


Ulrike Kiefert / uk
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