Künstlerin fertigt mit Jugendlichen Sitzmöbel

Seher Kendir (14) und Angelique Woltmann (15) bei der Arbeit an ihren Bankpfosten. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Isaak-Newton-Schule |

Oberschöneweide. Die Sonne brennt auf den Hof der Isaac-Newton-Schule an der Zeppelinstraße. Die Schüler in einer Ecke kommen beim Umgang mit Schlegel und Stechbeitel gehörig ins Schwitzen.

Denn Angelique, Seher, Pascal und die anderen Jugendlichen aus den 9. Klassen bauen im Rahmen einer Projektwoche extravagante Sitzbänke für den Pausenhof. "Schüler hatten sich beschwert, dass es nicht genug Sitzmöglichkeiten gibt. Da kam die Idee, im Rahmen eines Workshops Bänke zu bauen, gerade recht", erläutert Dietlind Marunke, die stellvertretende Schulleiterin. Der Vorschlag stammt von Ute Tesch, der Kunstlehrerin. Sie hatte vor einem Jahr bei einem Tag der offenen Ateliers in Friedrichshagen die Bildhauerin Kerstin Vicent kennengelernt. Schnell wurde man sich einig, gemeinsam mit Schülern Bänke künstlerisch zu gestalten. Bevor aus sechs Kastanienstämmen vier Sitzbänke werden konnten, mussten die beim Holzbildhauen ungeübten Schüler aber probieren. "Wir haben ein paar Tüten Möhren besorgt und dann mit Messern geschnitzt, damit die Schüler ein Gefühl für die Materialbearbeitung bekommen", erzählt Bildhauerin Vicent.

Die Künstlerin mit einem Atelier auf Schmöckwitzwerder hat bereits mehrfach mit Jugendlichen gearbeitet. "Das ist aber immer wieder eine Herausforderung", gesteht sie.

Inzwischen haben Seher und ihre Mitschüler die Werkzeuge schon gut im Griff. Im Holz zeigen sich bereits die Figuren, die die Pfosten der neuen Sitze bilden werden. Andere Schüler haben bereits Löcher für die Fundamente gegraben, in denen die Pfosten verankert werden. "Einige haben sogar Überstunden gemacht, damit alles rechtzeitig fertig wird", erzählt Kunstlehrerin Ute Tesch. Unterstützung kam auch von der Holzwerkstatt der Helmut Ziegner Berufsbildung. Die Kosten trägt die Schule aus einem Fonds, der ihr im Rahmen ihrer Ganztagsarbeit zur Verfügung steht.

"Ich hoffe, alle werden die von ihren Schulkameraden gebauten Bänke künftig pfleglich behandeln", meint Dietlind Marunke von der Schulleitung.


Ralf Drescher / RD
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