20 Pfennig Zeilenhonorar: Was das Ehepaar Harter mit dem Volksblatt verbindet

Manfred Harter (2. von rechts) als aktiver Handballer auf dem Feld. Er spielte aber nicht nur, sondern schrieb über seinen Sport auch für das Spandauer Volksblatt. (Foto: privat)

Staaken. Hildegard (97) und Manfred Harter (90) waren am 23. Januar dieses Jahres 70 Jahre verheiratet und haben ihre Gnadenhochzeit gefeiert. Ihre Heirat fand damals also wenige Wochen vor der Geburt des Volksblatt statt.

Aber das ist nicht das einzige, was sie mit der Zeitung verbindet. Vielmehr gehörte Manfred Harter auch zu ihren frühesten Mitarbeitern.

Die habe 1948 jemanden gesucht, der die eine oder andere Geschichte aus Staaken liefern konnte, erzählt er. Nicht nur als Ureinwohner des Ortsteils war er dafür der richtige Mann.

Manfred Harter schrieb über Feuerwehr- und Polizeieinsätze oder stellte einen Staakener Lottospieler vor, der Ende der 1940er Jahre 3500 Mark gewann. "Damals war das viel Geld."

Schnell wurden aber Sportberichte und hier vor allem vom Handball seine Domäne. Was naheliegend war. Denn Manfred Harter war seit seiner Kindheit aktiver Handballer. 1934 trat er dem TSV Staaken bei. Die Einsätze der eigenen Mannschaft waren ebenso Stoff für seine Artikel, wie Spiele anderer Teams. Damit waren die Wochenenden meist verplant. In den ersten Jahren habe er die Texte noch in die Redaktion gebracht, fällt ihm ein. "Als wir dann Telefon hatten, wurden sie auch oft durchgegeben." Und das Zeilenhonorar betrug zunächst 20 Pfennig, erinnert er sich.

Für das Abtippen der Texte war Ehefrau Hildegard zuständig. Sie hatte schon deshalb für die Aktivitäten ihres Mannes viel Verständnis, weil sie ebenfalls eine begeisterte und erfolgreiche Sportlerin war. Schon 1930, vier Jahre vor Manfred, war sie dem TSV Staaken beigetreten und spielte bereits als Jugendliche bei den Handball-Frauen.

Der Sport, ihre hohen Ehejubiläen und natürlich auch die Zeit, als Manfred Harter ein Kollege war, das alles sorgte gerade in den vergangenen Jahren für regelmäßigen Kontakt mit dieser Familie. Das Paar wiederum verfolgt die Zeitung bis heute interessiert. Und wird nicht nur in diesen Tagen daran erinnert, dass ihr gemeinsames Leben vor 70 Jahren fast zeitgleich mit der Geburt des Volksblatt zusammenfiel. tf

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2 Kommentare
Ralf Drescher aus Köpenick | 02.03.2016 | 05:39  
Alexander Schultze aus Spandau | 02.03.2016 | 08:56  
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